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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 4)

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übrige Europa mit Kopien und Nachahmungen von Möbeln, Stoffen, Ge- 
brauchsgegenständen jener Zeiten; die einzige Konzession an die späteren 
Epochen bildet vielleicht noch ein Kompliment vor der Zeit der „Restau- 
ration", in der Frankreich aber nicht 
mehr jene unbestrittene Herrschaft 
über Europa geübt hat, wie in den 
früher genannten Perioden. 
Den Besuchern der Jahrhun- 
dertausstellung von Igoo war diese 
Tatsache eine auffallende. Der 
Glanzpunkt der Abteilungen für 
Innenkunst war in den zahlreichen 
retrospektiven Schaustellungen zu 
suchen und heute dürften die Ver- 
hältnisse auf diesem Gebiete kaum 
wesentlich anders liegen, wie der 
Spott beweist, mit dem Frankreich 
die moderne Bewegung in anderen 
Ländern verfolgt hat. Alle jene 
Kreise, welchen Frankreich heute 
noch als dasVorbild 
guten Geschmacks 
gilt, als die Quelle 
von maßgebenden 
Einflüssen, werden 
jeder Neuerung kühl 
ablehnend gegen- 
überstehen. 
Wesentlich an- 
ders liegt die Sache 
in England, das lange 
Zeit als barbarisch 
in Kunstfragen ver- 
schrien war. 
Sicher ist, daß 
auch dort noch ein 
großer konservativer 
Teil der obersten 
Schichten der Be- 
völkerung seine Anregungen und Belehrungen bei Geschmacksfragen in 
Frankreich sucht, es ist aber auch schon lange festgestellt worden, daß be- 
sonders auf dem Gebiet der Malerei die große Umwälzung des modernen 
Geschmacks ihren Ursprung in England hatte und von dort den Weg nach 
Frankreich nahm. Und auf dem ganzen großen Gebiet der modernen 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bett der Maria Antoinette in Versailles, nach Bajot
	        

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