MAK

Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 4)

257 
Peter Fendi, in der Galerie bereits durch eine größere Zahl von Arbeiten vertreten, 
figuriert unter den Erwerbungen des Jahres 1906 mit zwei Stücken. Eines derselben 
behandelt die Parabel vom Sämann: ein junger, kräftiger Bauer von ausgesprochen 
niederösterreichischem Typus wirft mit weitausholender Gebärde das Korn aus; im Hinter- 
grund vor stürmischem grauen Himmel ein Dorfkirchlein, zu dem sich ein Leichenzug 
bewegt. Fendi behandelt hier im Geiste seiner Zeit das Thema vom „Werden, Sein und 
Vergehen" auf genrehafte Weise, doch nicht ohne eine gewisse Größe, die sich in den 
großzügigen Linien der Hauptfigur und Landschaft, wie in der ernsten Stimmung des 
Bildes manifestiert. Das zweite Gemälde „Die Neugierige" zeigt uns mit der ganzen 
schalkhaften Anmut der Biedermeierzeit ein junges Mädchen im Neglige, welches mit 
Rudolf v. Alt, Götlschachbach, Aquarell (Hufmuseum in Wien) 
 
sichtlichem Interesse durchs Schlüsselloch ins Nachbargemach blickt. Ein feines kleines 
Frauenbildnis von Michael Neder ergänzt die in der Galerie bereits vorhandenen Arbeiten 
dieses älteren Wiener Meisters. Von Friedrich Gauermann wurde ein kleines Bild von 
saftiger Farbe der Galerie einverleibt. Es ist die Studie zu dem später in großem Formate 
ausgeführten bekannten Bild „Die Pferdeschwemme". Auf Papier in Ölfarben gemalt, ist 
dieses Blatt von Gauermann für den Kunsthändler und Sammler Bühlmeyer, in dessen 
Galerie es einen Ehrenplatz einnahm, zum vollendeten Gemälde ausgestaltet und auf Holz 
geklebt worden. 
Die Reihe der in der Galerie vorhandenen Gemälde Friedrich von Amerlings ist 
durch eine charakteristische und bedeutende Arbeit des Meisters vermehrt worden: durch 
das „Porträt eines vlämischen Bürgermeisters". Das von den Holländern des XVII. Jahr- 
hunderts stark beeinßußte Bild stellt einen Mann in der Tracht dieses Jahrhunderts dar, 
34
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.