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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 6 und 7)

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Wappen. Der Meister ist in seinem Können dem Schöpfer des Herberstein- 
schen Taufzeugs verwandt. Ebenfalls dem XVI. Jahrhundert gehören der 
Deckelpokal mit dem Zeichen F. L., der Stehlöffel mit der Marke H. K. 
(Figdor) und die beiden schönen Auerspergschen 
Becher mit demselben Zeichen an. 
Schlagers „Materialien zur österreichischen Kunst- 
geschichte", welche den landesherrlichen Hofregesten, 
den Verzeichnissen der durch das kaiserliche I-Iofzahl- 
amt bestrittenen Ausgaben an Künstler entnommen 
sind, verdanken wir eine Reihe höchst wertvoller 
Notizen über Wiener und Prager Meister, von Fer- 
dinand I. bis auf Karl VI. Wir hören von 
bestimmten Aufträgen und den dafür 
gezahlten Preisen. Auch die auswärtigen 
Meister sind genannt, welche dem Wie- 
ner I-Iofe verpflichtet waren. 
So treten unter Ferdinand I. (1 542 bis 
1564) von „hiesigen" Meistern auf: Martin 
Papierer und Heinrich Welle, Bürger und 
Goldschmiede in Wien. Papierer liefert 
schon 1540 und 1541, dann 1542 „Arbei- 
ten nach Hof" um 50 Gulden. 1556 wur- 
den „dem Meister Papierer und Hans 
Welle, Bürgern und Goldschmieden in 
Wien, für ain Neuen Credenz- und Silber- 
geschirr, darunter Trinckgeschirr, Cou- 
vertschalen, Beck und Kändeln", welche Ferdi- 
nand I. verfertigen ließ, 1000 Gulden gezahlt. 
Unter Maximilian II. (1564 bis 1576) ist als 
„anderer hiesiger Meister" Michael Postport 
(Poßport) eingetragen. Es heißt: „Possport Mi- 
chael, Bürger und Goldschmid zu Wien, erhielt 
1561 am achten Tag Octobris auf der fürstlichen 
Durchl. Erzherzogen Ferdinandt beuelch (Befehl), 
und der herren N. O. Camer Rat geschafft (An- 
Ausslenung an" ordnung), umb ein Drinkgeschirr so 4 Mk (Mark) 
Goldschmiedearbeiren im lclnöster- I2 Lot und 211]: Quintl Wienerisch gewicht halt 
reiChiSßhßnMl-Sßum-Nßvlilus-Pvkßl- und die Marckh Pr. Ain und zwainzig Gulden 
von Marx Kornblum, Wien, XVI. 
Jahrhundert, Ende (Kn NL 909) angeschlagen, weliches Drinkgeschirr der Frauen 
Freyin zu Entzesfeldt auf Ihrer Tochter Freylin 
Anna hochzeitliches Freydt, von Ihrer Frst. Durchlaucht wegen durch Herr 
Sigmunden F reyherrn zu Herberstein verehrt worden, laut beuelch, und des 
Goldschmidt Quittung etc." - Noch war es nicht möglich, die Tätigkeit dieser 
Künstler durch beglaubigte Arbeit zu belegen. Dem XVII. Jahrhundert gehört 
 
 
 

	        

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