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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 6 und 7)

und die Kannen des Museums von 1810, 
ebenfalls von A. R., welches Zeichen ich 
auf A. Rungaldier, den Vater des bekannten 
Miniaturisten, deute, sind in ihrer gesetzten 
Punzen- und Treibarbeit mit das Beste, 
das wir kennen. 
Auch Bozen, Czernowitz, Krakau, 
Lemberg, Linz, Salzburg waren mehr 
oder minder gut, wenn auch keineswegs 
ausreichend vertreten, auf Schärding hat 
bereits Braun aufmerksam gemacht, wir 
sahen den merkwürdigen Pokal des Für- 
sten Liechtenstein von 1600 mit der Marke 
G. S., der zu den wertvollsten altösterreichi- 
schen Arbeiten gehört. Es wird hoffentlich 
gelingen, in diese Erscheinung, die auf eine 
fest begründete lokale Tradition hinweist, 
Licht zu bringen. - Was Ungarn be- 
trifft dessen reiche Schätze Seinerzeit auf Ausstellung alterGoldschmiedearbeiten im k.k. 
, . . . Österreichischen Museum, Fruchtschale, von 
der Goldschmledeausstellung 1m Palais E_B__,_ Wim m9 (KüNn „m 
Schwarzenberg und auf der Millenniumsaus- 
stellung allgemeine Bewunderung erregten, so kam Siebenbürgen, dieser alte 
Sitz fruchtbarer, von eingewanderten und einheimischen deutschen Meistern 
geübter Goldschmiedekunst zu bester Geltung. Die reiche Kollektion sieben- 
bürgischer Löffel des XVI. Jahrhunderts aus der Sammlung Figdor mit 
ihren abwechslungsreich gestalteten, zum Teil wundervoll profilierten Stielen, 
zum Teil signiert, aber in diesen Signaturen noch nicht durchwegs gedeutet, 
ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Nicht minder interessant ist die 
ebenfalls Figdorsche Deckelkanne mit Goldmünzen römischer Kaiser und 
Kaiserinnen, gezeichnet P. R. x6 37, und mit der gravierten Inschrift versehen: 
„Diese Kann hab ich Petrus Fronius lassen verfertigen meinen lieben Sohn 
Danieli Fronio zum gedechtn[iss)." Der Hermannstädter Meister Sebastian 
I-Iann (1644 bis 1713) trat uns in einer Schale des Kaiserslauterner Museums 
wie in einem Deckelpokal der Baronin Mylius aufs beste entgegen; auch 
das Taufbecken, eine auf hohem Fuße ruhende Schale mit getriebenen 
Darstellungen der Evangelisten und der Taufe Christi und der Inschrift.am 
Rande: „Gott zu Ehren, der Kirche zum Gebrauche, dem N. E. W. H. 
Valent. Röhrich Wohlmert H. Bürgerm. der königl. I-Ierrnannstadt zum 
Gedächt. lasst diese Taufschale verfertigen die Tugens. Fr. Magar. Aredini, 
Reli, Anno x685, die I4. Sept." ist eine glanzvolle Leistung des Meisters H. S. 
All diesen Beziehungen, Objekten und Archivalien auf Grund des durch 
unsere Ausstellung vorbereiteten Materials und des durch sie gewiesenen 
Weges nachzugehen und den Aufbau einer Geschichte der österreichischen 
Goldschmiedekunst zu versuchen, wird unsere nächste Sorge und Arbeit sein. 
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