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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 6 und 7)

xooo Pfund pro Acre. Mr. Lever befolgte dabei konsequent die Anwendung 
des Prinzips des „Prosperity Sharing". Ausgehend von der Anschauung, 
daß „Profit Sharing", das heißt Gewinnteilung, wie sie bei einer Reihe großer 
Unternehmungen eingeführt ist, untunlich sei, da die unter Umständen ein- 
tretende Teilung eines Verlustes (Loss Sharing) nicht eingeführt werden könne 
und der Arbeiter, gehen die Geschäfte gut oder schlecht, immer der erst- 
berechtigte Gläubiger des Brotherrn sein müsse, sprach er klar und in un- 
zweifelhafter Form den Grundsatz aus: „One of the best methods for the 
application of the principle of prosperity sharing is to be found in building 
cottages to be let to labour at low rentals. This plan is most effective in eleva- 
ting and bettering the condition of labour and has the additional advantage of 
ensuring that the wives and children shall have it. But this method is the one 
that is most often impossible of application, and in any case is only one of 
hundreds of schemes. Contributions me be made towards the building of clubs, 
recreation halls, institutions, summer holidays, winter entertainements sick 
and burial societies and hundred of others. By contributions to objects such 
as these, labour enjoys the fullest liberty in managing its own institutions 
outside the business, whilst management is maintained in its proper place 
inside the business." (Um die Prinzipien des „Prosperity Sharing" in möglichst 
praktische Form zu bringen, empfiehlt es sich am meisten, aus Geschäftsüber- 
Schüssen Arbeiterwohnungen zu möglichst niedrigen Mietbeträgen zu bauen. 
Die auf diese Weise verbesserten Lebensbedingungen der Arbeiter haben 
den Vorzug, der Familie, den Frauen und Kindern zu gute zu kommen. Immer 
ist es kaum möglich, die Sache gerade in dieser Weise zu regeln, und mein 
System ist nur eine unter Hunderten von Möglichkeiten. Zuschüsse in der 
Form von Erbauung von Klubhäusern, Erholungsräumen und ähnlichen Ein- 
richtungen, zu sommerlichen Ferien," zu winterlichen Unterhaltungen, zu 
Kranken- und Sterbekassen und anderem müssen als selbstverständlich vor- 
ausgesetzt werden. Auf diese Weise kommt der Arbeiter zur wünschenswerten 
Freiheit, die ihm die absolut selbständige Führung seiner eigenen Angelegen- 
heiten ermöglicht. Die Geschäftsführung der Gesamtanlage bleibt Sache der 
Unternehmung, das heißt: sie enthebt den Arbeiter mancher Umständlichkeit.) 
Mit der Verbesserung des gesamten Lebenshaushalts der arbeitenden 
Bevölkerung, die niemals charitativen Charakter haben, sondern zur stetigen 
Erweiterung der Unternehmung beitragen soll, muß gleichzeitig Sorge ge- 
tragen werden, daß jeder Geschäftszuwachs allen Beteiligten zu gute komme, 
Prosperität des Kapitals also gleichzeitig Wohlfahrt der Arbeiter bedeute. 
Lever betont dabei ausdrücklich, daß man immer nur die Schlagworte 
Kapital und Arbeit vernehme als die Bezeichnung zweier feindlicher Kräfte, 
während sie sich doch ergänzen sollten; zwischen beiden muß aber unbedingt 
ein Mittelglied vorhanden sein, das „Management" (ein Ausdruck, für den 
" Die Fahriksleitung bewilligt ohne jedweden Lohnabzug ihren Arbeitern im Sommer eine volle Ferien- 
woche. Diese wird von vielen derselben zu Ausüilgen benützt. So besuchte zum Beispiel eine größere Gesell- 
schaft die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900.
	        

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