MAK

Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 6 und 7)

 
Abb. 27. Port Sunlighl, Christ Church (Baukasten 40.000 Pfund), W. und S. Owen, Architekten 
Landschaft zu verunzieren braucht, wie es leider meist der Fall ist, sondern 
daß sich solche mit menschlichen Wohngelegenheiten in einer Weise zu- 
sammenschließen lassen, die als ästhetisch geglückt bezeichnet werden 
muß. Auch in dieser Hinsicht sind die beiden „Arbeiterdörfer" Taten, die 
ganz neue Perspektiven eröffnen und geeignet erscheinen, in den großen 
Fragen der Zukunft wie eine Erlösung von bisherigen Gepflogenheiten zu 
wirken. 
Mit der Begründung und dem Ausbau von Port Sunlight allein ist indes 
die Tätigkeit seines Schöpfers keineswegs abgeschlossen. Nicht nur die Lage 
der Fabriksarbeiter ist in der weitaus überwiegenden Zahl der Fälle eine 
durchaus unwürdige, das gleiche gilt in nicht geringerem Maße von den 
Landarbeitern. Bauernhäuser gibt es zwar in England noch genug, allein 
sie datieren aus einer Zeit, wo es auch noch Bauern gab. Heute werden die 
Güter der Großgrundbesitzer ausschließlich durch Pächter bewirtschaftet, 
die keineswegs mit der Scholle, die sie bearbeiten, eins sind, sondern ihr 
lediglich das abzugewinnen versuchen, was zur Existenz nötig ist, daher 
denn keineswegs überall eine rationelle Kultur und Pflege des Bodens Platz 
greift. Natürlich unternimmt der Pächter keinerlei Wohnverbesserung für 
den bei ihm in Dienst stehenden Arbeiter. Ebensowenig bekümmern sich die 
adeligen Grandseigneurs um deren Wohl- oder ÜbelbeFmden, daher denn 
letzteres weitaus im Übergewicht ist. Zu einem Mr. Lever gehörenden Gute 
zählt das nicht sehr weit von Port Sunlight, auch in Chestershire gelegene Dorf 
Thornton I-Iough, das ausschließlich von ländlichen Lohnarbeitern besiedelt 
ist. Was den Arbeitern in Port Sunlight geboten wurde, ist, wenn auch
	        

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