MAK

Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 8 und 9)

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Der Ton kam aus Viechtau (grauer, kalkhaltiger Letten) und Baum- 
garten (blauer, eisenhaltiger Dachent), beide in der Nähe Gmundens gelegen, 
und wurde in dieser Zusammenstellung als Töpfermaterial mit großer Sorg- 
falt bereitet und sehr fein geschlemmt. Auf dem weißen Anguß aus Zinnemail, 
somit auf einem jede Flüssigkeit schnell einsaugenden Grund, begann der 
Maler sein Werk. Er zog zuerst die Umrisse mit Braunstein und trug dann 
die Farben auf, eine Arbeit, die keine Korrekturen zuließ. Bei Darstellungen, 
  
Kumpan mit Darstellung der Salzah- Humpen mit Darstellung eines Waren- 
lieferung vor dem Gmundener Rathaus. transports auf der Traun unter Aufsicht 
Gemalt 1847 von Triesberger. Besitzer der Hafnermeisrerin Franziska Schleiß. 
Gastwirt Holzinger in Gmunden Cvemalt xB47 von Triesberger. Besitzer 
Leopold Schleiß in Gmunden 
die oft wiederholt werden sollten, benützte er als Schablone ein dünnes Zinn- 
blatt, in das die Umrisse der Zeichnung eingestochen wurden und welches 
sich leicht der Wölbung des Kruges anpassen ließ. Ein derartiges, noch vor- 
handenes Blatt mit der Darstellung eines Türken zu Pferde geben wir hier in 
Abbildung. Das Übertragen der Umrisse auf das Gefäß erfolgte durch Ein- 
stäuben mit Holzkohle auf mechanischem Weg. Hierauf erfolgte die Braun- 
steinkonturierung und das Auftragen der Farben, sodann ein nochmaliges 
Einstäuben mit gutpulverisiertem Bleiglas, das, im zweiten Brand mit der 
Zinnglasur verschmelzend, den Farben lspiegelglatten Glanz verlieh. Der 
Brand erfolgte mittels I-Iolzfeuerung in Öfen von 5 Kubikmeter fassendem 
Einsatzraum und bei einer Temperatur von etwa 1000 Grad Celsius. Über 
57
	        

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