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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 8 und 9)

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sonn- und festtägigen Gottesdienstes und der 
Predigt verpflichtet. Wer diese „aus Leicht- 
fertigkeit, durch Spazierengehen oder aus 
Verachtung" versäumte, zahlte alsMeister 2, 
als Geselle I B" Wachs. Ebenso wurde der- 
jenige, welcher an einem Feiertag arbeitete, 
um 1 fl. Rh. gestraft und überdies noch vom 
Magistrat zur Verantwortung gezogen. Die 
Fronleichnamsprozession zierte das Hand- 
werk mit seinen „Stangen und Kerzen". 
Wer derselben ohne „hocherhebliche Ur- 
sache" fernblieb, mußte i bis 2 E Wachs 
zur Lade geben. Ein jeder Meister war 
verpflichtet, den nötigen „Werkzeug (Ton) 
insonderlich zu Häfen, Khacheln und 
Wasserkrügen" wohlgemischt vorrätig zu 
 
halten und wurde alle Monat eine „Beschau" Büm „m, Bmembmschn, am, und 
bei ihm vorgenommen. Wurde hiebei ein bmlhääfiaml- XVnIilIi-i Jehrflßljdekrll, 
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Fehler entdeckt, so konnte ihm das I-Iand- volkskund, 
werk auf ein Vierteljahr eingestellt und er _ 
außerdem noch vom Magistrat gestraft werden. 
Diese monatliche Beschau erstreckte sich auch 
auf das in den Verkaufsläden befindliche Geschirr 
sowohl der einheimischen als der fremden Hafner. 
Fehlte auf demselben das Handwerkszeichen des 
Meisters oder war es sonst mangelhaft, so wurde 
er nach des Handwerks Gebrauch abgestraft. 
Kein Meister sollte dem andern eine bestellte 
Arbeit „abwerben", auch nicht bei dem Laden 
die Kunden abreden oder ihnen schreien, sondern 
warten, bis sie selber zu ihm kommen; ebenso- 
wenig durfte einer dem andern „sein Geschirr 
verachten". Kein Meister sollte einen unredlichen 
Knecht über I4 Tag „befürdern". Kam ein Knecht 
auf die Herberge und begehrte Arbeit, so bekam 
er, gleichviel ob er eine solche fand oder nicht, 
von dem Altknecht das gewöhnliche Geschenk, 
das in einer halben Achtering Wein und zwei 
Kreuzer Brot bestand, wovon die Meister "[3, die 
Knechte '13 zu zahlen traf. Er wurde dann jenem 
Meister zugeschickt, der von allen am längsten 
keine Knechte erhalten hatte. Übrigens durfte ein 
_ '  Meister nur dann mehr als einen Knecht beschäf- 
Großer Weinkrug. bunt bemalt. _ _ _ , 
Vor 1750. Museum in Salzburg tigen, wenn alle übrigen schon mit mindestens 
 
	        

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