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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 10)

besitzt das königliche Kunstgewerbemuseum in Berlin; einer derselben ist 
aus der äußerst breiten Borte eines derartigen Teppichs zusammengesetzt, 
ohne etwas von dem Muster des Innenfelds zu zeigen. Ein spanischer Teppich 
dieser Art dürfte auf einem flandrischen Gobelin im Musee de Cluny in Paris 
dargestellt sein, wo er das Gestell einer Handorgel, die von einer fürstlichen 
Frau gespielt wird, verdeckt (Abb. 24). 
Wir fügen noch ein paar Worte über die späteren spanischen Knüpf- 
teppiche hinzu. Frühestens dem XVI. Jahrhundert gehört eine spanische 
Teppichgattung an, in der sich das altorientalische geometrische Muster mit 
europäischen Renaissancemotiven mischt, die aber in der Gesamterscheinung 
 
Abb. 25. Spanischer Teppich des XvLjahrhunderts im Kaiser Friedrich-Museum zu Berlin (nach W. Bade, 
Vorderasiatische Knüpfteppiche) 
und im Detail ihren Zusammenhang mit den frühspanischen Knüpfteppichen 
nicht verleugnen kann (Abb. 25). Auch hier bedeckt das Innenfeld ein durch- 
gehendes Muster; es sind runde Blattkränze mit Blumen und Früchten, die 
von vier schleifen- oder bandartigen Gebilden unterbrochen werden. Das 
Innere dieser Kränze füllt ein in Ranken aufgelöstes Kreuz, wie wir es in 
vereinfachter Form als durchgehenden Schmuck des Rhombenmusters der 
älteren Gattung kennen gelernt haben (Abb. 21). An Stelle der Kränze tritt 
bei einem Bruchstück im Kaiser Friedrich-Museum ein von Ranken um- 
gebener heraldischer Löwe." Auch die Sterne zwischen diesen Kränzen sind 
nichts anderes als Füllungen solcher in Ranken aufgelöster Sternmotive. Ist 
in der Zeichnung des Innenfelds ein Zusammenhang mit den frühspanischen 
und im Grund genommen auch mit den frühen geometrischen Teppichen 
"' W. Bode: Vorderasiatische Kniipfteppiche, Abbildung 85.
	        

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