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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 10)

Fujiwara gestürzt in die Verbannung ziehen und er im Garten von seinen 
vielgeliebten Pflaumenbäumen Abschied nehmen mußte, folgendes Tanka: 
„O Pllaumenblüten! 
Sendet mir eure Düfte 
Im Weh'n des Ostwinds, 
Und wenn auch fern der Herr ist, 
Vergesset nicht des Frühlings." 
Später legte man ihm in Anbetracht dieser seiner besonderen Liebe zu 
den Pflaumenblüten, sowie anderen Göttern und göttlich verehrten Heroen, 
ein spezielles Mon bei, genannt „Umebachi", Pflaumenblumentopf, das 
heißt Blumentopf in Form einer Pflaumenblüte (Urne : Piiaume, ueki- 
bachi : Blumentopf). Das Mon zeigt den Grundriß eines sechszylindrigen 
Blumentopfs, gebildet aus fünf Kreisen, die um einen kleineren Kreis gleich 
einer Piiaumenblüte angeordnet sind, eine häufig erscheinende Wappenfigur. 
„Sakura no hana", die Kirschblüte (Prunus pseudocerasus) Abbildung b 
Seite 545, ist ebenfalls eine Favoritblüte des japanischen Volkes wie die 
Pflaumenblüte und weist in der I-Ieraldik zahlreiche Variationen auf. Sehr 
hübsch ist zum Beispiel ein Nebenwappen der Sengoku, ehemals Daimyo zu 
Idzushi in der Provinz Tajima, das ein Neungestirn (siehe Abbildung Seite 537) 
aus Kirschblüten gebildet aufweist. Kirschblüten mit ausgezackten Blättern 
(Abbildung b' Seite 545 und 537) bezeichnet man auch mit dem Namen „Kado- 
zakura" (Kado : Ecke, Winkel). 
Wegen dem schnellen Abblühen der Kirschbäume gilt deren Blüte als ein 
Symbol der Vergänglichkeit und ruft ihr Anblick elegische Stimmung hervor: 
„Yo no naka ni 
Taete sakura no 
Nakariseba 
Haru no kokoro wa 
Nodokeku aramashi." 
(Ariwara no Narihira im „Kokinshu", 905.) 
(„Wenn es hienieden 
Die Kirschenblüten 
Überhaupt nicht gäbe, 
Wär unser Herz 
Im Frühling immer heiterf") 
(Übersetzung von Dr. Florenz.) 
Die Kirschblüte dient auch oft als militärisches Emblem, siehe zum Beispiel 
die Flagge des japanischen Marineministers, wo der auf zwei Zickzackbalken 
aufgelegte Anker an Stelle des Ringes mit einer Kirschblüte geschmückt ist. 
Die dritte Figur auf unserer Abbildung Seite 545 zeigt das „Kikyo mon", 
die großblütige Glockenblume (Platycodon grandiflorum). Sie wird von der
	        

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