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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 10)

band- und flechtartigen Umrahmungen und Einfassungen, die Füll- und Streu- 
motive, die Auflösung der regelmäßigen Grundformen in getrennte arabesken- 
artige Bildungen zeigen häufig einen Charakter, der ihnen etwas Erstarrtes 
gibt und Bode veranlaßt hat, hier eine Entstehung aus vegetabilischen 
Ornamenten, „eine Umbildung der Verschlingungen von Piianzenformen in 
ein geometrisches Muster" zu erkennen. Wir möchten diese Ansicht nicht 
teilen; wir glauben, daß die rein geometrischen Formen die ursprünglichen 
sind, daß diese sogenannten „vegetabilischen Ornamente" aus verwilderten 
und gelösten geometrischen und vor allem aus Schriftornamenten entstanden 
sind. Daß später, im XVI. und XVII. Jahrhundert, vegetabilische Formen 
von Osten, aus Per- 
sien, in die kleinasia- 
tischen geometrischen 
Muster eindringen, 
darauf mag hier nur 
hingewiesen werden. 
, J-Ioffentlich wer- 
den in den Moscheen 
und Palästen des Ori- 
ents mit der Zeit noch 
einzelne Proben der 
Knüpfarbeit dieser 
(das heißt der früh- 
sarazenischen) Zeit 
ans Tageslicht kom- 
men, welche uns einen 
näheren Einblick in 
die Entwicklung der- 
selben gewähren." 
Abb. 7. Bruchstück eineidrtpittielllagzzliiähzäl31:55:22: aus der Moschee Ala-  
seinen grundlegenden 
Aufsatz über die altorientalischen Tierteppiche. Durch das liebenswürdige 
Entgegenkommen des deutschen Konsuls in Konia, Herrn Dr. Loytved, bin 
ich in den Besitz von photographischen und farbigen Aufnahmen dreier 
Teppiche gelangt, die den von Bode geäußerten Wunsch erfüllen. Es handelt 
sich um drei in der Moschee Ala-eddin in Konia befindliche, äußerst schlecht 
erhaltene Teppichfragmente, die dort eine besonders hohe Verehrung ge- 
nießen und für die Geschichte des mittelalterlichen Teppichs Vorderasiens 
von der größten Bedeutung sind. 
Die Abbildung 5 gibt nur einen Teil des langgestreckten Teppichs (5,13 
mal 2,65 Meter) wieder. Die breite, rotumrandete Borte zeigt in graublauer 
Farbe auf schwarzem Grund einen Schriftfries, dessen Form an den Längs- 
und Schmalseiten voneinander abweicht. Kuiische, das heißt geradlinige Buch- 

	        

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