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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 12)

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kationen. G. Aldo Randegger hält seine Arbeiten einfach und wirkt durch 
Tönung der Häute, die er für Decken und Rückenkissen in ihren natürlichen 
Formen läßt. Er verwendet mehrere harmonisch zusammenstimmende Häute 
und verziert sie mit einigen Strichen. 
In der Bostoner Ausstellung der „Society for Arts and Crafts" fielen ganz 
besonders die Bucheinbände von Agnes St. John und Mary Crease Sears auf. 
Diesen beiden Damen, die ihre Studien in Europa zurückgelegt haben, ge- 
bührt das Verdienst, die Buchbinderei als Kunsthandwerk hier eingeführt zu 
haben. Miss Sears hat allerdings kunstgewerbliches Zeichnen auch bei 
G. Howard Walker in Boston geübt, Agnes St.]ohn aber hat in England unter 
Cobden Sanderson gelernt. Die beiden jungen Damen trafen dann in Paris 
 
Holztruhe, dekoriert von Anna Belle Kincllund, Newyork 
zusammen, wo sie unter der Leitung von M. Dumont weiter arbeiteten. Seit 
mehreren Jahren haben sie ein Atelier in ihrer Vaterstadt Boston und erfreuen 
sich bedeutender Aufträge. Sie waren die einzigen Amerikaner, denen in 
St. Louis auf der Weltausstellung für Bucheinbände goldene Medaillen zu teil 
wurden. Auch auf allen anderen Ausstellungen fanden ihre Arbeiten hohe 
Anerkennung. Ihrem Einfiuß ist es zu danken, daß die Buchbinderei in den 
öffentlichen Schulen der Staaten eingeführt wird. Miss St. John und Miss 
Sears haben eigene Kurse ausgearbeitet, um Lehrer und Lehrerinnen dafür 
auszubilden. In einigen Städten von Neu-England ist bereits dies neue Fach 
aufgenommen worden und den letzten Winter hat Miss St.]ohn im Auftrag 
des Newyorker Schulrats die einleitenden Schritte getroffen, um auch hier 
solche Kurse einzurichten. Nach und nach soll in dem ganzen großen Netz 
der Newyorker Schulen die Buchbinderei als bildende, geschrnackverbes- 
sernde manuelle Fertigkeit eingeführt werden.
	        

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