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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 12)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Entwürfen noch wenig vertreten. Die Damen 
halten sich, den hiesigen Wünschen entspre- 
chend, meist an ältere Stilarten. Von den 
andern Lederarbeiten war das Juwelenkäst- 
chen in Treibarbeit von George R. Shaw 
aus Boston ein sehr beachtenswertes Stück. 
Am reichhaltigsten war in Boston die 
Abteilung für Silber und Metallwaren. Doch 
fehlt hier immer noch die Originalität in der 
Zeichnung. Man bleibt den alten konventio- 
nellen Formen treu aus Angst, die Verkaufs- 
möglichkeiten herabzudrücken, denn 
der hier herrschende Geschmack ist 
sehr konservativ. Der enorme Reichtum 
an Metallen in den Vereinigten Staaten 
bietet gerade für diese Zweige der Kunst- 
industrie großartige Möglichkeiten der 
Entfaltung, doch werden sie leider noch 
gar nicht genug in künstlerischem Sinn 
ausgenützt. - A. J. Stone hat schöne 
Stücke geliefert, aber keine besondere 
Originalität in der Zeichnung gezeigt. 
Seine Altarlampe ist von gediegener Ein- 
fachheit. Sein Silberservice besticht durch 
die klassischen Formen. jane Carson, Eli- 
sabeth Copeland, Graze Hazen, Mary Knight, 
Kirchenlampe in Silber und Messing. von j. Arthur und viele andere haben gute Ar- 
Adjmm beiten eingesandt, über die aber aus den 
vorstehend des näheren erläuterten Gründen hier weiter nichts zu sagen ist. 
Von besonderem Interesse war die Ausstellung der Korbfiechterei. 
Man bemüht sich seit einigen Jahren, mannigfache Naturprodukte in diese 
Technik neu einzuführen und in Verbindung mit modernen technischen 
Vervollkommnungen die Stile der alten Indianer wieder aufleben zu lassen. 
Die Bostoner Ausstellung, welche die zehnte Jahresausstellung der „Society 
of Arts and Crafts" war, bewies, daß das amerikanische Kunstgewerbe doch 
in diesem Dezennium ganz bedeutsame Fortschritte gemacht hat. Man hatte 
sich zur Dezenniumfeier allerdings besondere Mühe gegeben, die besten 
Produkte zu vereinigen, aber schließlich läßt sich nicht leugnen, daß sie 
doch da waren, und überdies darf nicht vergessen werden, daß manche 
tüchtige Kräfte weggeblieben sind, denn diese Bostoner Ausstellung darf nur 
von Mitgliedern der Gesellschaft beschickt werden, während in die New- 
yorker Ausstellungen der National Society of Craftsmen alle guten kunst- 
gewerblichen Arbeiten aufgenommen werden. Es waren an verschiedenen 
Branchen in Boston vertreten: Korbflechterei, Buchbinderei, Kirchenschmuck,
	        

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