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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 12)

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Die vorhandene ältere Literatur aber in spanischer, französischer und englischer Sprache 
rief vornehmlich nach einer kritischen Überprüfung und Ergänzung. Der deutsche Sammler 
endlich, dem Goya bei dem überaus seltenen Vorkommen seiner Gemäde hauptsächlich als 
der geniale Radierer vor Augen steht, verlangt dem so verwirrend verschiedenwertigen 
Material gegenüber, das ihm der Markt bietet, dringend nach Orientierung durch einen 
verläßlichen Führer. So 
war denn der Boden für 
das Erscheinen eines neuen 
Goya-Katalogs und gerade 
eines deutschen Goya-Ka- 
talogs nach allen Seiten 
hin auf das glücklichste 
SAUTS DOBSTACLES i vorbereitet. 
cauzunman POUR 190a ET ist in Vornehm": 
des Gegenstands würdiger 
Form ins Leben getreten, 
ein Amateurbuch, gleich 
gediegen in Druckausstat- 
tung und Abbildungen wie 
ernst und fördernd in sei- 
nem Inhalt. Der Verfasser, 
kein Berufsmann in enge- 
rem Sinne, entstammt dem 
Kreise der Sammler, der 
Amateurs. Seine an vor- 
züglichen Stücken aus allen 
Perioden und Schulen 
reiche graphische Samm- 
lung schließt als ihr Kleinod 
eine große Zahl auserlese- 
ner und seltener Goyascher 
Drucke ein, wie sie im 
Privatbesitz kaum wieder 
zusammen vorkommen 
dürften. Leidenschaftliche 
Freude des Sammelns 
führte mit innererNötigung 
zu immer intensiverer Be- 
schäftigung mit diesen kost- 
barenWerken, aus der sich 
endlich fast wie von selbst 
das große Katalogwerk er- 
Vierblatt-Wandkalender nach den Originalsportbildern von Cecil Aldin gab. als ein Werk also des 
echten Dilettantismus mit 
allen Vorzügen, aber ohne die bösen Seiten eines solchen, der Oberflächlichkeit, der Kritik- 
losigkeit. Nichts liegt ihm ferner als subjektive Gefühlsergüsse und unnütze Schwärmerei. 
Mit geschultem Tatsachensinn - der Verfasser ist Arzt von Beruf - tritt er an die Werke 
heran und untersucht, das gegenständliche und künstlerische Interesse mit Bewußtsein 
zurückdämmend, lediglich das unmittelbar Vorliegende, das Papier, den Druck, alle Indizien 
der Technik. Und mit demselben scharfen Blick bahnt er sich den Weg durch die in der 
Literatur, die er genau kennt, zum Ausdruck gelangten Meinungen. So kann es nicht fehlen, 
daß ihm Ergebnisse auf allen Seiten zufließen.
	        

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