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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 12)

Typen dieser zweiten Ausgabe 
erkennen zu dürfen. Ich möchte 
mich nicht getrauen, auf Grund 
dieser allgemeinen Angaben 
Exemplare der einen oder andern 
Ausgabe zuzuweisen. Leichter, 
sogar sehr leicht würde dies 
fallen, wenn Hofmann (und 
Lefort) Recht hätten, daß alle 
Exemplare der ersten Ausgabe 
in einem bräunlichen Ton 
„rougeätre", die der zweiten 
Ausgabe in schwarzer Farbe ge- 
druckt wären. Aber konstatiert 
nicht Hofmann selbst das Vor- 
kommen von Exemplaren, in 
denen Drucke in beiden Farben 
gemischt sind, und gibt es nicht 
auch von der ersten, unter 
den Augen Goyas hergestellten 
Ausgabe der „Tauromaquia" 
sowohl schwarze als bräunliche 
Drucke? Die Wiener I-Iofbiblio- 
thek besitzt ein Exemplar, das, 
wie gleich ausgeführt werden 
soll, zweifellos zu den aller- 
frühesten Drucken gehört. Die 
Druckfarbe ist bei der Mehrzahl 
seiner Tafeln nicht eigentlich 
als „rougeätre", sondern eher 
„mit einem Stich ins Gelbliche, 
Goldige" zu bezeichnen. Daß 
dieses Exemplar einer ganz 
frühen, auch der Hofmannschen 
„ersten Ausgabe" noch voraus- 
gehenden Abdruckgattung angehört, läßt sich aus gewissen Varianten belegen, die in den 
Unterschriften zweier Blätter auffallen. Bei Blatt III lautet die Schrift: „Que biene el 
Coco", später aber (und so auch schon in den mir bekannten Exemplaren der „ersten" Aus- 
gabe, zum Beispiel im Britischen Museum, im Berliner Kupferstichkabinett): „Que viene 
el Coco". Ebenso bei Blatt IV im Exemplar der Hofbibliothek: „El de la royona", sonst 
stets: „El de la rollona". Daß die Fassung des Exemplars der I-Iofbibliothek die ursprüng- 
liche war, ergibt sich daraus, dal] man in andern Exemplaren sowohl der „ersterW als irgend 
einer spätem Ausgabe bei scharfem Zusehen ganz unverkennbar die Spuren des auf der 
Platte getilgten „b" und „y" noch erkennen kann. Wie also steht die Sache? Welcher 
Ausgabe gehört der Wiener Druck an? Welcher Ausgabe die bisher der „ersten" Ausgabe 
zugeschriebenen Exemplare? Diese Fragen werden natürlich hier nicht gestellt, um auch 
sofort beantwortet zu werden, sondern nur um zu beweisen, daß den Aufstellungen bei 
I-Iofmann in diesem Falle noch keine Endgültigkeit zukommt. 
Eine die Geduld und den Blick der Verfasser von Kupferstichkatalogen am meisten 
in Anspruch nehmende Arbeit ist die Bestimmung der „Etats". Bei Goyas Caprichos liegt 
dieses Geschäft verhältnismäßig einfach. Es sind fast nur Veränderungen äußerlicher Art, 
die an der Platte zu beobachten sind; zumeist handelt es sich lediglich um die Hinzufigung 
  
"C8 
  
Schreibltalender mit Illu- 
stration von George Wright
	        

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