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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 1)

Prunkjagddolch, Griff und 
Scheidenbeschlagixivergoldeter 
Bronze, um 1550 
Blatt). Hinsichtlich früher Formen sei auf das Jagd- 
werk des Gaston Phöbus und auf das Monatsblatt 
im Breviarium Grimani verwiesen. 
Als zweite Nahwatfe fand das Schwert aus- 
giebige Verwendung. An die mittelalterliche Form 
der Kreuzschwerter erinnernd, tritt es im XIV. Jahr- 
hundert in Frankreich auf. Das deutsche Schwein- 
schwert, der Saufänger, am 
Klingenende sich zweischneidig 
verbreiternd und scharf zu- 
laufend, angeblich eine Erfin- 
dung des Kaisers Max, begegnet 
uns auf zahlreichen Miniaturen 
und Holzschnitten. Die meisten 
Exemplare der Kreuzensteiner 
Jagdkammer tragen einen, ver- 
mittels der Feder aus der Klinge 
schnellenden Knebel. Ähnlich 
dem Knebel beim Sauspieß sollte 
dieser einen zu tief gehenden 
Stoß vermeiden. Man gab auch 
mit dem „Gejaidtschwer? dem 
Hochwild den Fang. Kurze, den 
Hirschfänger vorbereitende Mes- 
ser begegnen uns schon früh- 
zeitig, als ältestes bekanntes das 
des Frankenkönigs Childerich 
aus dem Jagdwaffenfunde von 
Tournai. Ein kleines Weidmesser 
trägt der Jäger im XV. Jahr- 
hundert mit der Jagdtasche ver- 
einigt, wobei es, in wagrechter 
Richtung durch den Deckel- 
lappen der Tasche oder senk- 
recht durch Lappen und Tasche 
durchgezogen, gleichzeitig als 
Verschlußmittel dient. Die Form der Klinge war kurz 
und breit und ein wenig geschwungen, etwa wie die 
Söldnermesser der spätmaximilianischen Zeit und die 
Bestimmung des Messers jedenfalls eine sehr vielseitige. 
Ein Schnittmesser fordert Maximilian ausdrücklich, um 
sich in Gestrüpp und Gehölz Bahn zu schaffen. 
Welchen Aufwand das Kunstgewerbe der Her- 
stellung des Weidbesteckes, diesem Apparat von Weid- 
Prunkjagddolch, 
die vergoldete Bronze- 
scheide mit Vorsteckmes- 
ser, deutsche Renaissance
	        

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