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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 1)

N des Erzherzogs Siegmund Gemahlin schrieb 
Kaiserin Eleonore über ihren Sohn Maximilian: 
„Min sun ist von der genat gots gesunt und hat 
liebe zu dem gejaidt und auch zu der federspil; 
ich hof er wiert ain edels hercze haben." Aus diesen 
Worten lesen wir einen Zusammenhang von Weid- 
werk und Mannestugend, wirklich bestehende Be- 
ziehungen, welche der kaiserlichen Mutter Anlaß 
gaben, aus solcher Jagdfreudigkeit des Kindes auf 
einen großen Charakter im zukünftigenI-lerrscher zu 
schließen. Die Jagd erforderte Mut und Entschlossenheit, physische Kraft und 
Gewandtheit, übte weiters das Auge und bildete 
so einen wichtigen Teil der kaiserlichen Prinzen- 
erziehung und der Heranbildung der Söhne des 
Adels. Kaiser Max hatte als Knabe die Jägerei 
unter Ritter Dippold von Stain erlernt; begünstigt 
durch ein hervorragendes Maß der notwendigen 
Eigenschaften, wurde er bald der beste, gewand- 
teste und kühnste Jäger im Lande, nicht aus Ge- 
wohnheit oder Hoffart, sondern aus angeborener 
Natur und königlichem Gemüt. Ein nur annähernd 
so guter, durch Sage, Dichtung und Geschichte ver- 
herrlichter Schütze ist später nicht wiedergekehrt, 
wenn auch das schöne Beispiel des Landesherrn 
im ganzen Reich Widerhall gefunden, das Weid- 
werk noch mehr geadelt, tüchtige Jäger und tapfere 
Männer herangezogen hat. Die Triumphe der Jagd 
unter dem besten kaiserlichen Schützen und seinen 
nächsten Nachfolgern erhalten noch ein weiteres 
Gepräge durch das Einsetzen des gewaltigen Ein- 
Husses der Renaissance auf das gesamte deutsche 
Gewerbe. Jagdwaffe und Jagdgerät erfahren nun 
eine entsprechende künstlerische Behandlung, die 
den minderwertigen Gegenstand nicht ohne Zeichen 
eines gesunden Stilgefühls, die Waffe und das 
Jagdgerät für den Adel und reichen Bürgerstand 
mit allem Aufwand technischer Mittel aus der Werk- 
stätte treten läßt. So äußerte sich auch hier bei der Heiliger Hubertus. Holzfigur vum 
Jagd, in ihrem Zweck und in ihren Mitteln die ideale AM d" Kmmßmh" "Eks- 
_ _ _ _ pelle, ausgehendes XV. Jahrhun- 
physische und geistige Kraft der deutschen Nation den, stammt aus Oberösterreich 
 
	        

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