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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 1)

des Cervus elaphus. Das Geweih dieses Jagd- 
wildes ist durch schaufelförmige Verbreiterung 
ausgezeichnet und erreichte eine Spannweite von 
drei Meter. In Irland, wo die meisten Knochen- 
funde des Riesenhirsches gemacht wurden, 
scheint er sich ziemlich lange erhalten zu haben; 
auch hat man versucht, den „grimmen Scheich" 
des Nibelungenliedes mit dem Cervus elaphus 
in Beziehung zu bringen. Eine weitere Rarität, 
zugleich von hohem kultur- und kunsthistorischem 
Interesse ist die hier abgebildete Elchschaufel. 
Ihre Bearbeitung zeigt mehrere kreisrunde Ver- 
tiefungen und zahlreiche aus dem Grunde heraus- 
geschnittene Figuren: Simson, dem Löwen den 
Rachen aufreißend; Bär, einen Hirsch anfallend 
und noch andere Darstellungen. Nach den In- 
Schriften zu schließen, wird die Vermutung, daß 
wir in diesem Stück 
denTeil eines frühen 
jüdischen Lusters vor 
uns haben, die rich- 
tige sein; doch bleibt 
die Frage über Zeit 
und Ort seiner Ent- 
stehung noch offen. 
So haben wir 
nun einen Einblick in 
die Kreuzensteiner 
Jagdkammer und da- 
mit auch in großen 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Deutscher Pfeilköcher aus Leder mit ,_ . . 
dem Riemenzeug zum Befestigen am Zugen ein Blld des 
Gurt und mit Schlitz und Lederband deutschen Weid- 
für den zunächst abzuschießenden Werks im  bis 
Pfeil, ausgehendes XV. Jahrhundert 
XVII. Jahrhundert 
gewonnen. In der germanisch-keltischen Zeit, 
die die Jagd ausschließlich als Mittel zur I-Ierbei- 
Schaffung des Lebensunterhalts und zur Siche- 
rung des Lebens gegen die AngriHe wilder 
Tiere kannte, kamen nur primitive Waffen 
in Anwendung. Mit den Fortschritten der 
Viehzucht, des Wiesen- und Ackerbaus 
wird die Jagd Vergnügen und die fränki- 
sche Zeit kennt sie schon als Luxus. Hier 
_ _ _ Deutscher Pfeilköcher, mit borstiger Schweins- 
setzt bereits der Emiiuß der Kunst auf die haut bezogen, zweite Hälfte des xv. Jahrh.
	        

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