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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 1)

 
Teil des Bandes, ein 
Anhang mit einer 
Einleitung von Ge- 
rald C. Horsley, 
trägt ihren Wün- 
schen Rechnung 
und vermehrt ihre 
Kenntnis von der 
so liebenswürdigen, 
intimen und doch 
so klaren und ver- 
nünftigen, typisch 
englischen Haus- 
form der „Cottage 
I-Iornes". Der weit- 
aus größere Teil der 
Darstellung ist dem gefährlichsten Feind des Familienhauses, dem städtischen 
Miethaus, gewidmet. 
Böse Beispiele verderben gute Sitten. Die Reiselust der Engländer, ihre 
damit zusammenhängende Gewohnheit, lange Zeit in Hotels zu leben, hat in 
gewissen Kreisen die Liebe zum Heim getötet. Noch vor 30 bis 40 Jahren 
gab es in London keine besseren Mietwohnungen (Flats). Auch das Stadt- 
haus war Familienhaus, wenn es nicht ganz den geschäftlichen Bedürf- 
nissen überlassen wurde. Seitdem hat das kontinentale Großstadtübel, die 
Mietkaserne, in London seinen Einzug gehalten und dazu vorerst seine 
prunkvollste Form, den Zinspalast als Bahnbrecher gewählt. 
Charakteristischerweise sind es gerade die reichen Leute gewesen, die 
eine Mietwohnung aus Bequemlichkeits- und aus Ersparungsgründen ihrem 
eigenen Heim vorzuziehen begannen; die große Masse der wenig Bemittelten 
scheint sich nicht nach diesem System zu sehnen. Es wird gleichzeitig von 
einem Anschwellen der Gartenstadtbewegung gemeldet, die Massen von ein- 
fachen Leuten aus den dichtbevölkerten Quartieren in die Umgebung hinaus- 
zieht, wo ihnen schon um weniger als 300 Pfund (7200 Kronen) I-Iäuser 
erbaut werden. Wenn man erfährt, wie schlecht die Zusammensetzung der 
Londoner Luft ist, wie gefährlich sie selbst wohlverschlossenen alten Kunst- 
werken in den Museen wird, die unter ihrem Einfiuß zerfallen, so findet man 
die Flucht auf das Land begreiflich; anderseits wird es klar, daß nur in den 
vornehmen, von großen Parkfiächen begünstigten Vierteln bessere Miet- 
wohnungen Aussicht auf Erfolg haben. Daß aber dann auch jahreszinse für 
„Flats de luxe" von 1500 Pfund (36.ooo Kronen) bis 3000 Pfund (72.ooo Kronen) 
erzielt werden, ist nicht überraschend. Der Engländer liebt auch im Miethaus 
seine Ruhe und meidet die Geschäftsviertel, verpönt die Unterbringung eines 
Geschäftslokales im Miethause. Der Engländer ist durch das Wohnen im Fami- 
lienhause an größere hygienische und Bequemlichkeitsansprüche gewöhnt. 
Elchschaufel mit kreisrunden Vertiefungen und reich geschnitten, Teil eines 
frühen jüdischen Schaufellusters, vermutlich nordisch. XVl. Jahrhundert
	        

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