MAK

Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 2)

 
IOO 
durchaus Voyseys 
eigene Erfindung und 
wenn er auch an 
Solidität nichts zu 
wünschen übrig läßt, 
erinnert das Gestell 
doch in höchst un- 
angenehmer Weise 
an den Körper und 
die Beine einer Kreuz- 
spinne. So stark ist 
dieser Eindruck, daß, 
wenn man eine kurze 
Zeit lang die Augen 
darauf fixiert, man 
sich kaum wundern 
würde, den Tisch 
plötzlich durch den Raum kriechen zu sehen. - Noch 
merkwürdiger ist die Geschmacksverirrung, welche 
Voysey bewog, eine mittelalterliche Flußlandschaft für 
ein Teppichmuster zu verwerten, - und zwar nicht etwa 
für einen Wandteppich, sondern für eine Fußboden- 
bekleidung. In schöner Farbenharmonie ist da eine Un- 
masse von amüsanten Einzelheiten eingewoben: ein Fluß 
mit seinen Brücken, Segelbooten, Ruderbooten und 
Schwänen, und an den Ufern Häuser und Gärten und 
Kirchen, Jäger und Pferde und Hunde, Federvieh und 
I-Iornvieh, Hasen und Hirsche, Landstraßen und Wind- 
mühlen. Es versteht sich von selbst, daß alles dies 
Getümmel nur von einer der vier Seiten aus verständlich 
ist undvon den drei anderen Seiten nicht einmal als 
Ornament wirken kann. Auf ein besseres Verständnis der 
richtigen Behandlung eines Teppichmusters weist der 
rein ornamentale Entwurf, in welchem eine Bordüre von 
grünem Rankenwerk ein mattblaues Feld mit stilisierten 
Pflanzen und lichtvioletten Vögeln umschließt, obgleich 
es auch hier ein Oben und Unten gibt, was doch für ein 
Fußbodenmuster - sei es Parkett oder Mosaik oder 
Teppich - nicht ganz passend ist. 
Ausstellung in London, Topf, Maninware 
braunem Ledersitz eine ziemlich genaue 
Nachahmung eines wohl bekannten Ty- 
pus, von dem er sich hauptsächlich durch 
die Ausbuchtung der Arme unterschei- 
det. Der runde Eichentisch dagegen ist 
Ausstellung in London, 
Kaminständer mit Schau- 
fel, Stöber und Zange. 
von Elsley 8: Co., entwor- 
fen von C. j. A.Voysey
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.