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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 3)

neuen Bluts erforderlich ist. Das rasch zur Millionenstadt angewachsene 
Berlin vermöchte zum Beispiel seinen Bevölkerungsstatus ohne ständige 
Zuwanderung aus der Provinz nicht aufrecht zu erhalten. 
Die Geldverpiiegung gerade aber ist es, die große Scharen ländlicher 
Einwohner den Städten zutreibt. Da zwischen Händlern und Lieferanten 
feste Verträge bestehen, ist es nicht selten, daß Landbezirke ihren Nahrungs- 
mittelbedarf, zum Beispiel den Bedarf an Butter, die sie selbst nach der 
Stadt liefern, von da zurückbeziehen, natürlich unter wesentlicher Kosten- 
verrnehrung. So wird zum Beispiel in manchen Gebirgsdistrikten, wo die 
Milchwirtschaft vorherrscht, von der Bevölkerung als Fett ausschließlich 
Palmin oder Margarine zum Kochen verwendet, während Käse, Butter und 
 
Abb. 25. Letchworth. Landschaftlicher Rahmen der Stadt 
Schmalz der Stadt zugeführt, von dort wieder bezogen werden. Solchen 
Übelständen will nun die Gartenstadt entgegenarbeiten. Die Zukunft wird 
zeigen, in welchem Verhältnisse sich Produktion und Konsum bewegen 
müssen, um im Gleichgewicht zu bleiben. 
Bodenbearbeitung betreffend wurde schon Band X, Seite 202, anläßlich, 
Erwähnung der gärtnerischen Tätigkeit in Bourneville (an der Hand einer 
mehr als zehnjährigen Beobachtung) erwähnt, daß das Erträgnis durch 
intensive Bewirtschaftung wesentlich gesteigert werden kann. Nach Abzug der 
durch Straßen, I-Iäuser, öffentliche Gebäude, Spielplätze und so weiter bean- 
spruchten Fläche liefert das Terrain der Cadburyschen Gründung heute 
das acht- bis zehnfache Erträgnis dessen, was die Gesamtfläche früher 
im unüberbauten Zustand lieferte. - Abfallstoffe freilich dürfen nicht durch 
Kanalisation beiseite geschafft, sie müssen für das Bodenerträgnis nutzbar
	        

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