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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 3)

zu verblüffen. Keine Fassaden, sondern Wohnstätten, keine angeklebten 
Zierate aus Stuck und Zement, dafür behagliche, gesunde, von schlechten 
Sitten freie Räume für Menschen, die sich von der Phrase in jeder Form 
abwenden. 
Letchworths Bebauungsplan (Abb. 7) zeigt, daß man weit entfernt davon 
ist, die Monotonie, welche das wesentliche Kennzeichen so mancher kon- 
tinentalen Arbeiterniederlassung ist, aufkommen zu lassen. Die neuen Straßen- 
züge mußten natürlich mit den bereits vorhandenen in Verbindung gebracht 
werden. Das ist in außerordentlich geschickter Weise geschehen unter 
liebevollster Schonung des landschaftlichen Rahmens, der durch eine üppige 
Baumvegetation (siehe Abb. 4, 26, 31, 32, 33 und so weiter) dem pro- 
jektierenden Architekten von vornherein die Möglichkeit bot, reizvolle Bilder 
 
Abb. 32. Kirche in Nonon (Letchworth) 
zu schaHen. Die I-Iaustypen sind ihrer Bestimmung gemäß von schlichter, 
nichtsdestoweniger angenehmer Erscheinung. Mit den einfachsten Mitteln, 
die hauptsächlich in äußerst geschickter Massenverteilung beruhen, sind zum 
Beispiel eine stattliche Menge von Reihenhäusern entstanden, deren große 
Silhouette vorzüglich zum Landschaftsbilde paßt (Abb. 16, 17, 18, 19). 
Bescheidene, aber im Grundriß sehr gut gelöste kleine I-Iäuser geben die 
geometrischen Ansichten 11, 12 ff. Doppelhäuser Abbildungen 14 und 15, 
größere Einfamilienhäuser Abbildungen 20 und 21. Wird die bescheidene 
Architektur von I-Iowards Memorial Hall (Abb. 24), einem Saalbau ähnlich 
wie die Volkshalle in Earswick (siehe Band XI, Seite 77, 78, 79), bekrittelt, 
vermag sie die „Bewunderung" derer nicht hervorzurufen, die bei dem 
Worte „Monumentalarchitektuw in Gedanken auch gleich alle Stilregister 
ziehen - was tut das alles!
	        

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