MAK

Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 4)

 
EN großen Reichtum Ungams an alten Kunstwerken 
haben uns verschiedene Ausstellungen gezeigt, 
so die der Goldschmiedearbeiten des Jahres 1884, 
die für die Geschichte der Goldschmiedekunst 
von Bedeutung wurde, dann die Millenniums- 
ausstellung, endlich die retrospektive Abteilung 
der ungarischen Ausstellung in Paris 1900. Aber 
das war in erster Linie alter Besitz der Kirchen, der 
Klöster und des Adels. Der Typus des modernen 
Kunstsammlers war mehr vereinzelt in Ungarn. 
jetzt ist er geschaffen und die erste Ausstellung 
von Kunstwerken aus Privatbesitz, die Hofrat von Radisics im Landes- 
Kunstgewerbemuseum veranstaltet hat, ist von höchster Bedeutung für die 
kunstgeschichtlichen Interessen in Ungarn. Zwar bilden immer noch die 
Schätze des Adels den wertvollsten Bestandteil dieser Ausstellung, aber 
numerisch überwiegen die Objekte aus den privaten Kunstsammlungen, 
unter denen eine lange Reihe be- 
deutsamer Stücke zu verzeich- 
nen ist. In einem glücklichen 
Moment hat Hofrat von Radisics, 
der in den beneidenswertesten, 
denkbar besten Beziehun- 
gen zu den Privatsamm- 
lem steht, diese Ausstel- 
lung veranstaltet, denn 
das Interesse für dieselbe 
war ein hochgespanntes. 
In den 40 Tagen ihres Be- 
stehens hat das Museum 
über 56.000 Besucher re- 
gistriert. Die angenehmen 
und unangenehmen Be- 
gleiterscheinungen blieben 
nicht aus, nämlich einer- 
seits Geschenke, andrerseits der 
Verkauf einer der größten Privat- 
sammlungen an ein Händlerkon- 
sortium. Herr Friedrich Glück über- 
wies dem Museum seine wertvolle 
 
 
 
 
Ausstellung in Budapest, In vergoldeten: Silber montierte 
Deckelschale, ungarisch, XVIIJahrhundei-t (KILLXXIL32)
	        

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