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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 4)

einseitig gewisse, 
die Zeitgenossen 
gerade mehr be- 
schäftigende Peri- 
oden besonders 
begünstigt, andere 
mehr zurückge- 
drängt sind. Insbe- 
sondere die Barock- 
kunst ist kaum in 
einer anderen Be- 
handlung so gleich- 
mäßig berücksich- 
tigt worden wie hier; 
aber auch noch bis 
ins XIX. Jahrhun- 
dert hinein ist eine 
möglichst gleich- 
mäßige und objek- 
tive Wertung er- 
strebt. Auch ist 
kaum sonst irgend- 
wo das Kunstwerk 
so im Zusammen- 
hang mit der ganzen 
Umgebung aufge- 
faßt wie hier. Es 
wird dadurch das 
Auge nicht nur 
durch entzückende 
Landschaften und 
Stadtbilder aufge- 
frischt, sondern uns 
vor allem gezeigt, 
daß auch Einfaches 
durch harmonisches 
2x3 
Türklopfer in der Bürgerspitalskirche zu Krems (Aus der „Österreichischen 
Kunsttopographie", Band I) 
Zusammenschließen zu einer höheren, uns wertvollen und erhaltenswerten 
Einheit werden kann, daß selbst das große, selbständigere Kunstwerk für 
ganz bestimmte Verhältnisse geschaffen worden ist und daß diese nicht 
rücksichtslos geändert werden dürfen, ohne das Werk selbst zu schädigen. 
Neben der objektiveren Würdigung aller Zeiten ist diese Erkenntnis des 
Zusammenhangs der Kunst mit ihrer Umgebung vielleicht das wichtigste 
Ergebnis des Wandels unserer Anschauung alter Kunstwerke in den letzten 
zweijahrzehnten gewesen. Jedem, der sich mit der Sache nur einigermaßen
	        

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