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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 4)

 
Rahmen in der Pfarrkirche zu Krems (Aus der 
„Österreichischen Kunsnopographie", Band I) 
Eine sehr bezeichnende spätgotische 
Arbeit ist etwa der Türklopfer in der Bür- 
gerspitalkirche zu Krems; derselben Zeit 
ungefähr gehören auch die reizvoll-naiven 
durchbrochenem Eisentüren vom Sakra- 
mentshäuschen derselben Kirche an. Eine 
Monstranz in der Pfarrkirche zu Emmersdorf 
in Form der Wurzel Jesse zeigt noch im 
Anfang des XVIII. Jahrhunderts das außer- 
ordentlich lange Nachleben gotischer 
Linien, das sich übrigens nicht nur hier, 
sondern auch sonst - besonders in Süd- 
deutschland - beobachten läßt und mit 
dem erwähnten barocken Charakter der 
deutschen Spätgotik zusammenhängt. 
Aus der Zeit der deutschen Renais- 
sance stammen etwa die getriebenen 
Kupfer- und Messingschüsseln des Stiftes 
Göttweig, die (nach den Abbildungen) 
venezianische und deutsche Einßüsse zu 
vereinigen scheinen; ein Nautilus-Becher auf reichem figürlichen Fuße in 
demselben Besitz wird als süd- 
deutsche, vielleicht augsburgische 
Arbeit aus der Mitte des XVII. 
Jahrhunderts angegeben. Ein für 
die Bedeutung der Nürnberger 
Goldschmiedekunst sehr kenn- 
zeichnendes Werk ist der Pokal 
der Donauschiffer, eine bezeichnete 
Arbeit des Nürnbergers S. B. Fern 
aus dem Ende des XVII. Jahr- 
hunderts, im Besitz des Herrn 
Heinrich Herzog in Rossatz. 
Prächtig ist das Chorgestühl 
der Piaristenkirche zu Krems. Ein 
reich geschnitzter und mit Intarsien 
gezierter Tisch im Privatbesitz zu 
Langenlois (1680 datiert) zeigt 
neben strengeren Renaissance- 
formen bereits Anklänge an das 
Ohrmuschelwerk, das in einer 
Truhe aus Lärchenholz im Pfarr- 
hof zu Dürnstein noch deutlicher 
hervortritt. Ein hervorragendes 
 
 
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Balkongitter vom Stift Göttweig 
(Aus der „Österreichischen Kunsttopographie", Band I)
	        

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