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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

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Richthofen meint, daß die Kenntnis dieser Gefäße als so bekannt vorausgesetzt 
wurde, daß eine nähere Beschreibung unterblieb. Ich glaube eher, daß es sich 
hier um einen Kaiserschatz handelte, der, ähnlich wie die Regalien des 
Kaisers von Japan 
- Schwert, Amu- 
lett und Spiegel - 
zwar immer ge- 
nannt und als Hei- 
ligtum verehrt, aber 
niemals aus den 
heiligenVerpackun- 
gen gelöst und nie- 
mals jemand ge- 
zeigt wurde. An 
historisch beglau- 
bigten Stücken ist 
die Feststellung, 
welche Formen 
und Ornamente als 
die ältesten anzu- 
sehen sind, nicht 
möglich. In dem 
oben erwähnten 
Werke Pokutulu 
sind zahlreiche 
Bronzegefäße ab- 
gebildet, derenVer- 
zierungen bis zum 
heutigen Tage vor- 
Abb. 15. Silherschale mit eingravierten Reitern, Tieren und Püanzen, im Podaiji-Kloster, datiert 766. (Aus 
Milnsterberg, japanische Kunstgeschichte, Band II; nach der Originalaufnahme von Gowland) 
bildlich geblieben sind und von allen späteren nachweisbaren Einflüssen 
völlig abweichen. Es ist anzunehmen, daß diese Omamentik in ihren Ur- 
formen schon bei der Einwanderung im II. Jahrtausend vor Christi bekannt 
oder im Verkehr mit dem Westen bald nachher eingeführt wurde und daß 
nach der Ansiedlung in Shantung jahrhundertelang keine neuen Anregungen
	        

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