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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

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Maru dient hier als Beizeichen, um die jüngere Linie der Familie kenntlich 
zu machen, gleich wie dies in der europäischen Heraldik mit dem Schild- 
bord bewerkstelligt wird. (Man sehe zum Beispiel das Wappen der Bour- 
bonen, den rot eingefaßten Schild von Frankreich, im Wappen von Spanien 
und so weiter.) 
Abbildung 35. Yoichi-ogi : Yoichi-Faltfächer. Dieses Mon zeigt ein Rund, 
gebildet aus einem Sonnenrundfächer über Meereswellen. Zur Erklärung 
dieses eigenartigen Wappenbildes diene folgendes: Die Seeschlacht bei 
Dan no ura (Dan : Plateau, Terrasse; ura : Dorf an der Küste, also etwa 
„Klippendorf", in der Nähe des heutigen ShimonosekiÜ im Mai desjahres 1 185, 
bildete den Schluß der sogenannten Gem-pei-Fehde, des Kampfes um 
die Suprematie zwischen den beiden Kuge-Geschlechtem" der Taira oder 
Heishi und der Minamoto": oder GenjiT, jenem berühmten Geschlecht, aus 
dem drei Shogunats-Dynastien (1192 bis m04, 1336 bis 1573, 1603 bis 1867) 
hervorgingen. Minamoto Yoshitsune, der Bruder des Minamoto Yoritomo, 
des Hauptes der Genji, befehligte in dieser Entscheidungsschlacht das Heer 
der Genji und gab einem berühmten Bogenschützen namens Nasu no Yoichi 
den Auftrag, einen zur Herausforderung der Minamoto von den Tairo auf 
langer Stange aufgepflanzten Fächer mit dem Sonnenbild herabzuschießen. 
Die Schlacht nahm für die Taira ein schreckliches Ende; fast alle Taira 
gingen in den Wellen zugrunde, mit ihnen auch der sechsjährige MikadoTT 
Antoku TennoWT. 
Abbildung 36. Hana-ogi I Blumenfaltfächer. Hana : Blume, Blüte. Nach 
der Form der Blüte zu urteilen, dürfte der Fächer im vorliegenden Fall mit 
Gentianen (Rindo) dekoriert sein. Es finden sich aber auch Malvenblüten 
(Aoi) in dieser Form gezeichnet. 
Abbildung 37. Fusa-ogi : Faltfächer mit Quasten. Fusa : Quasten. 
Abbildung 38. Hako-ogi : Faltfächer mit Kästchen. Hako : Kästchen, 
Schachtel. 
Abbildung 39. Hiyoku-ogizHiyoku-Faltfächer (ein Fächerpaar). Hiyoku"1' 
ist ein mythischer Vogel der Chinesen, mit einem Auge und einem Flügel, 
so daß ein Vogelpaar (Männchen und Weibchen) notwendig ist, um einen 
Flug zu bewerkstelligen, also eine Symbolik der innigen Zusammen- 
gehörigkeit. 
Abbildung 40. Kasane-ogi -_- Aufeinandergelegte Faltfächer. 
" Shimonoseki; shirno : unter, unterhalb, no : des, seki .-_ Wachthaus, Zollhaus. 
""" Kuge : Hofadel. 
"m Minamoto 2 Quelle eines Flusses. 
1' Aus den ersten Silben der beiden Numen Genji (Gen, in der Zusammensetzung Gern) und Heishi (Hei, 
davon Pei in der Zusammensetzung) ist das Wort Gem-pei gebildet. 
H Mikudo : erhnbenes oder erlauchtes Haupttor; mi z erhaben, erlaucht; kado : Haupttor. 
TH- Tenno (Tenshi) z Kaiser (Himmelskniser, Hirnmelekönig). 
"f l-liyoku bedeutet eigentlich „die Flilgel nebeneinnnder legen" : haue wo naraberu. Der Vogel 
Hiyoku no tori (toriL-Vogel) oder richtiger das Vogelpaar ist ein Symbol der Liebe und Treue. Die japanische 
Heraldik kennt auch „l-liyolrumon", vereinigte Wappenüguren zweier Liebenden, unserem Ebe- oder Allinnce- 
wappen entsprechend.
	        

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