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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

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Die Erforschung 
der ostasiatischen Völ- 
ker unter den verschie- 
densten Gesichtspunk- 
ten der Rasse, der 
Sprache, der Sitten, der 
Architektur, der Waf- 
fen, der Töpfereien und 
Gebrauchsgegenstände 
zeigt uns, daß verschie- 
dene Völkerstämme 
nacheinander einge- 
wandert sind. 
Wir können in Ja- 
pan eine Mischung von 
drei Menschenrassen 
und drei Kulturen fest- 
stellen. Das heutige 
Japan ist in der ältesten 
Steinzeit das Reich der 
Ainos gewesen, die 
heute nur noch in ge- 
ringerAnzahl auf Yezzo, 
der nördlichsten Insel 
des Kaiserreichs, leben. 
Über das chinesische 
 
Abb. 2. Zweistöckiges Haus mit Säulenkonslruktion auf Steinbasis, niedri- 
ge Galerie, vorspringendesRegendach mit Schindeln, Treppe mit Geländer; 
Festland WISSCII Wlf aus oben vier Frauen, in der Mitte drei Männer, unten Bedienung. Steinrelief 
vorn Grabmal derFamilie Wu, Shantung. x47 nach Christi. (Aus Chavannes, 
dieserfruhenZeitmchts. L3 Sculpture an China) 
Im Südwesten Japans 
landeten viele Jahrhunderte später Malaienhaufen, welche die Bearbeitung der 
Bronze kannten und die Ainos immer mehr nach dem Norden zurücktrieben. 
Auf den Eroberungszügen, wahrscheinlich in Idzumo, der Korea am nächsten 
gelegenen Landschaft, trafen die Eroberer eine Kolonie der höher kultivierten 
Völker des Festlandes an. Die Träger dieser chinesisch-koreanischen Kultur 
kannten bereits das Eisen und hatten eine Kultursprache, die der sogenannten 
turanischen Sprachengruppe angehört. Die vordringenden Malaien nahmen 
die Festlandssprache an, aber sprachen sie in ihrem eigenen Dialekt aus, 
indem sie keine Silbe ohne Endvokal prononzieren konnten und den Plural 
durch Wortverdoppelung bildeten. 
Die Idzumo-Kolonisten waren die Vermittler der auf dem asiatischen 
Festland entstandenen Kunst, die wiederum verschiedene fremde Einflüsse 
erkennen läßt. Im Norden des heutigen Chinesenreiches siedelten sich in 
unbestimmter Zeit, vielleicht im II. Jahrtausend vor Christi, die ersten 
Chinesen der Bronzezeit an, aber erst im III. Jahrhundert vor Christi drangen 
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