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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

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sie nach dem Süden, bis zum Yangtsekiang, vor. Das gewaltige Türkenvolk 
der I-Iiungnu hatte weite Gebiete Mittelasiens erobert und vertrieb die von 
den westlichen Geschichtsschreibern Indoskythen, von den Chinesen Yuetshi 
genannten Völker von den Ufern Bulungirs nach dem Westen. Die Flüchten- 
den eroberten Baktrien, das seit dem III. Jahrhundert vor Christi von Königen 
griechischer Abstammung beherrscht wurde. Mit diesem Volke verbündeten 
sich die Chinesen gegen den Fürsten von Hiungnu, der durch die Eroberungen 
ihr Nachbar geworden war. Durch ein Schreiben des Hiungnufürsten aus dem 
Jahre 176 vor Christi erhielt China zum erstenmal Kenntnis von den westlichen 
Völkern. Seit dieser Zeit gingen politische Gesandtschaften und dann regel- 
mäßige Handels- 
karawanen nach 
dem Westen und 
ein reger Austausch 
der Produkte bis zu 
den Ländern des 
Mittelländischen 
Meeres, selbst bis 
Rom, wie auch Pli- 
nius berichtet, fand 
statt. Eine weitere 
Befruchtungerhielt 
die chinesische Kul- 
tur durch die Ein- 
führung des Bud- 
dhismus im Beginn 
der christlichen 
Zeitrechnung. Im 
Abh. 3. Mischstil des malaiachen Pfahlbaues mit Umgang und des chinesischen NOfdCIl Indiens, in 
Terrassenbnues mit Zugang durch Tore in Mittelachse. Die reiche Ausführung und der Provinz Gan _ 
geschweifte Form der Diebe: zeigt die spätere Ausführung. (Aus Milnsterberg, _ 
Japanische Kunstgeschichte, Band II) dharashatte Slchauf 
den Trümmern der 
griechischen Kultur die buddhistische Kunst entwickelt, die etwa im IV. Jahr- 
hundert nach Christi in Turkestan, Persien und China eine Blüte der Malerei 
und Plastik erlebte und einige Jahrhunderte später über Korea nach Japan kam. 
Jedes der einwandernden Völker und jede der einwirkenden Kulturen 
hat bei den Gebrauchsgegenständen und Waffen, Ornamenten und Techniken, 
Bauweisen und künstlerischen Darstellungen bestimmte Ausdrucksformen 
bewirkt, die einen Zusammenhang mit gewissen Kulturkreisen der alten Welt 
erkennen lassen. Die einmal eingeführte Form und Technik ist als geheiligte 
Tradition immer wieder nachgeahmt und häuiig noch heute erhalten. 
IP i: 
Bereits Richthofen hat darauf hingewiesen, daß die Verwendung des 
Piiugtieres in Nordchina einen Zusammenhang mit den westlichen Ländern 

	        

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