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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

begabten Handwerkern die einfachen und die 
komplizierten Muster geschaffen worden sind. 
Die Entwicklungstheorie innerhalb der Bronze- 
ornamente dürfte erst Tausende von Jahren später 
vom Verfasser des Pokutulu erfunden oder nach 
mündlichen zweifelhaften Überlieferungen zu- 
sammengestellt sein. 
Eine systematische Untersuchung der For- 
mensprache ist bisher nicht unternommen worden. 
Durch Zusammenstellung einiger ausgegrabener, 
für die Ornamentik maßgebender Stücke, unter 
Vergleichung von ähnlichen Formen in der 
übrigen Welt, will ich die Beziehungen zu den 
älteren Kulturkreisen am Mittelländischen Meere 
in historischer Folge nachzuweisen versuchen. 
 
Abb. 5. Phönix auf Stein stehend 
__ I- STEINZEIT 31120213cääcäirifäiälfifii 
PRAMYKENISCHER EINFLUSS Stickerei im kaiserlichen Schatz- 
' _ _ _ _ hause, Nara. XVII. ynhrhunden. 
Steinzextliche Reste der Amos sind an vielen (Aus Münsterberg. Japanische 
über die Inseln des japanischen Reichs zerstreuten gfgjffsäiecsäioäärntgg 
Orten, teils in Muschelhaufen, teils in der Erde 
gefunden. Die steinernen Pfeilspitzen, Äxte und Schaber sind in ähnlichen, 
wenn auch nicht gleichen Formen in der ganzen steinzeitlichen Welt ver- 
breitet gewesen und geben keine besonderen Anhaltspunkte. Dagegen 
weisen die Töpfereien wesentliche Eigentümlichkeiten auf. 
Im Gegensatz zu den späteren malaischen Töpfereien (Abb. 18) finden 
wir in der ältesten Zeit eine reiche Ornamentik von geschwungenen Linien, 
Spiralen, Oblongen und daneben plastische Buckel und merkwürdige Griffe 
(Abb. I). Auch die Gefäßformen mit glattem Boden, auf dem häutig der Ab- 
druck der Matte, auf der der weiche Ton beim Formen stand, erkennbar 
ist (9), zeigen eine reiche, von den späteren Malaienarbeiten völlig ver- 
schiedene Gestaltung, indem der hohe Fuß ebenso wie die runde bauchige 
Form noch unbekannt sind. 
Die Töpfereien sind durchgehend mit freier Hand geformt. Die Buckel 
und Griffe (n-xy) sind so wenig der Technik des Tonscherbens ent- 
sprechend, daß wir die Nachahmung älterer Bronzevorbilder annehmen 
können. 
Wenn wir zum Vergleich Töpfereien aus dem Mittelländischen Meer 
heranziehen, so finden wir in Zypern und dem frühen Mykene, etwa aus dem 
III. jahrtausend vor Christi, ähnliche reiche Spiralen- und Oblongenorna- 
mente. Auch finden wir dort bereits Kupfergefaße, die Buckel und Grifformen 
aufweisen, die als Vorbilder für die Ainostöpfereien gelten können. 
Für den Zusammenhang mit Westasien besonders charakteristisch 
sind zahlreich gefundene kleine Brettidole mit Augen und Nase ohne
	        

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