MAK

Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

winkel neu geprüft werden. Unter den zahlreichen und interessanten kunstgewerblichen 
Objekten ist besonders eine feinprofilierte spätgotische Schenkkanne aus Messing zu er- 
wähnen, mit Salamander-GriE und Fabeltierausguß, ein Gerät, wie es häuiig auf Bildern 
aus der zweiten Hälite des XV. Jahrhunderts (zum Beispiel einem niederländischen Bilde, 
die Königin von Saba vor König Salomo, in der Sammlung Carrend des Florentiner National- 
museums, abgebildet in Les Arts, 1904, Nr. 3x, Seite 5) zu iinden ist. Bis auf minimale Details 
identisch mit diesem Aquamanile, zu dem ein rundes flaches Becken für das aufzufangende 
Wasser gehört, ist übrigens eine Kanne des Berliner Kunstgewerbemuseums, offenbar 
eine spätere Kopie eines alten Originals aus dem Ende des XV. Jahrhunderts, die Otto von 
Falke in der soeben erscheinenden Illustrierten Geschichte des Kunstgewerbes (Berlin, 
M. Oldenburg), Band I, Seite 413 abgebildet hat. Alle diese Kannen gehen offenbar auf ein 
gemeinsames Vorbild zurück. E. W. Braun 
DRESZLERS KUNSTJAHRBÜCH erschien auch im Jahre igoß in alter Form, 
aber in neuem Verlag und erweitertem Umfang (Gerhard Kühtmann, Dresden). Dieses 
nützliche und handliche kleine Werk wächst stetig und wird darum immer brauchbarer 
und gründlicher. Es bildet zugleich einen deutlichen Gradmesser für das wachsende 
Interesse am deutschen Kunstleben und für die zunehmende Betätigung des deutschen 
Volkes auf allen Gebieten der Kunst. 
ERICHTIGUNGEN. Auf Seite 332 des vorigen Heftes, 3. und 16. Zeile von unten, 
soll es heißen Shirushi statt jirushi; auf Seite 340, 8. Zeile, l-loso-wa statt Hosowa; 
auf Seite 34x, 18. Zeile, Taira statt Tairo; auf Seite 342 sind die Abbildungen B und C ver- 
wechselt; auf Seite 343, 14. Zeile, Nire statt Nize und 15. Zeile, mai statt rnoi; auf Seite 
346, Abbildung H., Go-shichi statt Goshiche; auf Seite 347, 3. Zeile von unten, -zuta statt 
zuat; auf Seite 348, x7. Zeile, Hoso-wa statt Hosowa; bei der Abbildung auf Seite 365 soll 
es richtig heißen: Beiderhandweberei. 
      
REICHISCHEiISTMUSÄYEUMeSP   . M 
URATORIUM. Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster 
Entschließung vom u. August dieses Jahres dem Zweiten Obersthofmeister Alfred 
Fürsten Montenuovo das Großkreuz des königlich ungarischen St. Stephan-Ordens, dem 
Oberstkämmerer Leopold Grafen von Gudenus das Großkreuz des Leopold-Ordens taxfrei 
und dem Direktor der Gemäldegalerie des Allerhöchsten Kaiserhauses Hofrat August 
Schaeffer das Komturkreuz des Franz joseph-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. 
ESCHENKE AN DAS MUSEUM. Dem k. k. Österreichischen Museum sind 
in jüngster Zeit zwei interessante Geschenke gemacht worden: ein Schlosserei- 
Steckschild aus einem zum Allerhöchsten Privatgut Persenbeug in Niederösterreich ge- 
hörigen Gebäude, ein hervorragendes Beispiel der österreichischen Eisenschmiedekunst des 
XVIILJahrhunderts (Geschenk der Generaldirektion der Aller-höchsten Privat- und Familien- 
Fonds) und eine Kollektion von 40 Medaillen und Plaketten des in Paris lebenden öster- 
reichischen Bildhauers Heinrich Kautsch (Geschenk des Künstlers). Die letztgenannte 
Sammlung ist im Saal IV des Österreichischen Museums ausgestellt, woselbst demnächst 
auch der Steckschild zur Exposition gelangen wird. 
ESÜCH DES MÜSEUMS. Die Sammlungen des Museums wurden in den Mo- 
naten Juli und August von 5275, die Bibliothek von 1893 Personen besucht.
	        

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