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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

Linienspiel die ganze Kuppelfläche überzieht. Der Eindruck der über dem 
Hochaltar stehenden Kuppelhälfte der Verklärungsszene, des sich über dern 
leeren Grabe und den staunenden jüngem öffnenden Himmels, wird noch 
verstärkt durch den malerischen Schmuck des Gurtbogens, welcher die 
Altarnische von dem übrigen Presbyterium trennt, und der Pfeilerwände, 
auf denen der Bogen aufsitzt: herrliche Engelsgestalten, hier und eine zur 
Wölbung aufschwebende Gestalt dort, in rosiger Verklärung, die Domen- 
krone in Händen, den Blick nach oben gerichtet - vielleicht als eine 
allegorische Darstellung der Religion zu deuten, welche tiefstes Leid und 
höchste Seligkeit versöhnt. In diesem Bilderschmuck des Presbyteriums 
faßt sich die ganze Gefühlsskala der übrigen Darstellungen, namentlich 
aber der Gegensatz der großen Kuppelbilder, noch einmal zusammen, wie 
er sich auch kolo- 
ristisch, namentlich 
mit der über ihm 
befindlichen Him- 
melfahrt zu einem 
prächtigen Farben- 
akkord verbindet. 
Das Werk vollen- 
det sich mit der De- 
koration der Ein- 
gangshalle, in wel- 
cher der Orgelchor 
angebracht ist: an 
dem Pfeiler zwei 
Medaillons mit 5- 
gürlichen Füllungen 
in reicher architek- 
tonischer Umrah- 
mung, mit Laub- 
festons umkränzt 
und von Putten 
in heiterem Spiele 
umgeben, während 
darüber ins Gewöl- 
befeld auf Wolken 
musizierende En- 
gelsgestalten empor- 
schweben, in denen 
alle Töne kirch- 
licher Musik an- 
klingen (Abb. 14 
und  Abb. 15. Engel vom Orgelchor in Haindorf (nach dem Karton)
	        
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