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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

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Groll im Jahre I8g4 auf den Hintergrund der Wand an Stelle des nahezu ganz 
zerstörten Danhauserschen Gemäldes die Madonna in der Glorie, von Putten 
getragen, Blick und Hände zum Himmel erhoben, bittend für die armen Seelen 
im Fegefeuer, welche am unteren Rande in ihrer Flammenqual sichtbar werden 
(Abb. 22). Außerordentlich stimmungsvoll ist das Bild, welches Groll über 
dem Brunnen im Hofe des Savoyschen Damenstiftes ebenfalls als Ersatz für 
ein altes Freskogemälde ausgeführt hat: die Wand einer säulengetragenen 
Giebelnische, welche sich nach der Tiefe zu mit stärkster perspektivischer 
Wirkung in einen Rundbau und mit Ausblick ins Freie zu öffnen scheint, 
Abb. zo. Aus dem Deckenbild der Brigilla-Kapelle in Wien 
während im Innern dieses Raumes in einer Wolkenglorie und von Putten um- 
geben in allegorischer Darstellung die Stifterin herabschwebt (Abb. 2 3). Diese 
Darstellung mag den Übergang machen zu einer Anzahl Arbeiten weltlicher 
Natur, welche Groll in der Nähe Wiens ausgeführt hat: den Fresken an der 
Villa Berl in Gutenstein, von deren Innendekoration noch zu sprechen sein 
wird; den reizenden Szenen aus dem Leben des Weibes im Friese über 
den Arkaden der Loggia an der Villa Oelzelt in Mauer (ausgeführt in Keim- 
technik) und den Fresken an der Villa I-Iämmerle in Grinzing, an welcher 
namentlich die festonhaltenden Putten im Fries von überraschender plasti- 
scher Wirkung sind. Es gehört mit zu den Eigentümlichkeiten von Grolls 
Künstlerindividualität, daß er nicht wie viele andere Vertreter der religiösen
	        

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