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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

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Holzschnitzerei eingehen kann, wird uns durch die auf 
Seite 453 abgebildete Truhe anschaulich. Der Struktur 
der Hahnenfedern entspricht gut die kleine Kombination 
von Boden, Bäumen und Wolkenhimmel. 
Nicht bald erscheint uns der Gegensatz zwischen 
einer mehr ornamentalen und einer mehr darstellerischen 
Verwendung der Intarsia, mit notwendigen dekorativen 
Ansprüchen auch an das Figürliche so klar wie bei der 
Verschiedenheit zwischen der eben erwähnten Gruppe 
unserer Illustrationen und den meisten Arbeiten aus dem 
Atelier für Marketerie von Heinrich Maybach zu Karls- 
ruhe i. B., I-Iirschstraße 27. Wir bringen indessen nur ein 
mehr ornamentales Werk (Abbildung Seite 456). Es ist 
eine Kassette für Silberschmuck, welche auf der Pariser 
Ausstellung prämiiert und von der Stadt Karlsruhe als 
Hochzeitsgeschenk für den Prinzen Max von Baden ange- 
kauft wurde, entworfen von dem Karlsruher Kunstgewerbe- 
Schuldirektor Götz. Gesamt-, Vorder- und Seitenansicht zei- 
gen einen reichen Blätterschmuck, ergänzt durch das Bild 
eines Körbchens und dergleichen mehr auf der Vorderseite. 
Eine besondere Steigerung von Virtuosität bedeuten die HnndspiegelmitEii-i- 
zarten Zweige, Ranken und Rip-  
pen, mit welchen die Blätter 
durchzogen und überschnitten sind. Die folgenden 
Abbildungen sind Beispiele, welche ganz beson- 
ders das moderne Interesse an sparsamer und 
mehr linie n- als flächenhafter Anbringung der 
Intarsia veranschaulichen. Sie sind entworfen 
von Professor Paul Schultze-Naumburg und aus- 
geführt von den Saalecker Werkstätten zu Saal- 
eck bei dem thüringischen Bade Kösen. Speziell 
für jenes Interesse der Sparsamkeit ist der Näh- 
kasten (Abbildung Seite 458) charakteristisch 
durch seine zartrandigen Medaillons mit Blumen, 
welche inmitten eines dünnen Streifennetzes die 
Flächen dekorieren. 
Zwei I-Iandspiegel (Abbildungen auf Seite 45g) 
steigern das Primitive moderner Linienführung zu 
eleganten Füllungen; sowohl die rundlichere, weichere 
Zeichnung des obenstehenden wie die eckigere, 
härtere des nebenstehenden I-Iandspiegels strebt 
danach, mit Wenigetn in engem Rahmen nicht nur 
Gegensätze, sondern auch Einheitlichkeit vorzu- 
 
 
I-Iandspiegel mit Einlegearbeit __ 
aus d. Saalecker Werkstätten fuhren. 
50'
	        

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