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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

aufgerissen worden, während man 
bei dem kleinen Wappen die zu 
massiven I-Ialsteile und den etwas 
zu kurz geratenen Schwanz des 
Adlers bemängeln könnte. Selbst- 
verständlich stehen aber alle diese 
Adler in künstlerischer Beziehung 
weit hinter jenen aus der Blüte- 
zeit der I-Ieraldik, dem XIV. und 
XV. Jahrhundert zurück - man 
vergleiche sie nur zum Beispiel 
mit dem prächtigen Adler auf 
dem Siegel des Kaisers Sigismund 
(Abb. 5) - und der Ausdruck 
„KommißvogeW, mit dem das 
Volk dieses Wappentier belegte, 
ist für diese heraldischen Gebilde 
aus der ersten Hälfte des XIX. 
Jahrhunderts nicht so ganz unzu- 
treffend, denn ihre Erscheinung 
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Abb. r 3 
besitzt wirklich nur eine sehr geringe künstlerische Qualität. Diese drei 
Wappen blieben unverändert im Gebrauch, bis die Ereignisse des Jahres r866 
auch auf dem Gebiet der österreichischen Staatsheraldik einige Verände- 
rungen hervorriefen. Im mittleren Wappen vom Jahre 1836 erscheint auf 
 
Abb. r4 
dem rechtsseitigen Flügel des Ad- 
lers unter dem Schild von Ungarn 
das Wappen des Lombardisch- 
venetianischen Königreichs, das 
trotz der Siege der österreichischen 
Südarmee infolge der Niederlage 
der Nordarmee an das neu errich- 
tete Königreich Italien im Frieden 
zu Wien abgetreten werden mußte, 
was natürlich die Streichung des be- 
treffenden kaiserlichen Titels „Kö- 
nig der Lombardei und Venedigs" 
und die Entfernung der dazu gehö- 
rigen Wappenbilder veranlaßte". 
3 Erlaß des Ministers des kaiserlichen Hauses 
und des Äußern vom 6.Jänner 1867 infolge Aller- 
höchsten Handschreibens vom 3. Oktober 1866. Im 
Wappen der Erzherzoge (verliehen 26. April 1816) 
blieb dagegen merkwürdigerweise du Wnppenbild 
des lomhnrdisch-venetiznischen Königreiches ruhig 
stehen; man hatte auf dessen Streichung einfach 
vergessen! Durch die Allerhöchste Entschließung
	        

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