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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

von der Familie Preysing nur mehr zur Zeit der Jagden bewohnt. Im Jahre 
1809 plünderten es Tiroler Freiheitskämpfer, wobei ihnen ein großer Teil 
der Riistkammer in die Hände Fiel. 
Sind wir über die Person des Empfängers und über die Bestimmung 
der Schüssel, die jedenfalls nach I-Iohenaschau kam, auch so weit unterrichtet, 
so fehlt uns eine Aufklärung über ihre eigentliche Heimat. Daß sie in 
Bayern erzeugt wurde, ist zweifellos; Kreussener Arbeit, für die sie bisher 
gehalten wurde, ist sie aber keineswegs. Nicht Steinzeug, sondern gewöhn- 
licher Hafnerton bildet das Material. Die Bemalung, speziell die Farben- 
palette weist in den Nordosten Bayerns, wo in Kreussen die Töpfer ihre 
Erzeugnisse aus Steinzeug und im nahen Fichtelgebirge die Glasmacher 
ihre I-Iurnpen mit den gleichen Farben bemalten. In diesem Gebiet, wo ich 
übrigens enge Beziehungen zwischen dem fränkischen Töpferhandwerk und 
der Fichtelberger Glasindustrie vermute, ist die Schüssel der Sammlung 
Werner entstanden. 
DER NEUBAU DES NORDISCHEN MUSEUMS IN 
STOCKHOLM 50' VON HARTVVIG FISCHEL-WIEN 
Y . (t- LS die Allgemeine Kunst- und Industrieausstellung 
 ä in Stockholm im Jahre 1897 viele Freunde des 
i Nordens in die schöne Hauptstadt Schwedens 
lockte, waren die reichen Sammlungen des Nordi- 
schen Museums noch in unzulänglichen Räumen, 
ungünstig aufgestellt, in mehreren Gebäuden zer- 
streut. In Djurgarden aber, dem aufgelassenen Tier- 
garten des Königs, war als eine der größten Sehens- 
würdigkeiten das Freiluftmuseum schon aktiviert, 
jene mustergültige Vereinigung von typischen volks- 
tümlichen Bauwerken mit einem reizvollen Park. Und in dem benachbarten 
Ausstellungsrayon fiel ein mächtiger Bau in roten Ziegeln und hellem Stein 
neben den temporären Gelegenheitsbauten auf, den man als einen Teil des 
künftigen Heims für die Volkskunstsammlungen bezeichnete. 
Es war also damals schon ein ansehnlicher Teil des Monumentalbaues 
fertig, der erst im Jahre 1907 am 8. Juni eröffnet wurde. Und wenn wir die 
Baugeschichte weiter zurück verfolgen, erfahren wir, daß Dr. I-Iazelius schon 
1876 mit Sammlungen für den Baufond begann. Der Bau ist ja, wie die 
Volkskunstsammlungen selbst, vorwiegend durch Privatinitiative zustande 
gekommen. Die königliche Muniiizenz, die einen prächiig gelegenen und 
ausgedehnten alten Park ganz der großen Aufgabe zur Verfügung stellte, 
stand der Opferfreudigkeit des Bürgertums helfend zur Seite. Die Errichtung 
des Museums wurde als nationale Pflicht betrachtet und in diesem Sinne 
gefördert. 

	        

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