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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 10)

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Schloß Troja bei Prag 
Hauses zum Schauplatz festlicher Veranstaltungen größeren Stils werden 
konnte, hat dieses Motiv seinen Ehrenplatz erhalten. Die Halls englischer 
Schlösser weisen prächtige Treppenanlagen auf, die, abwechslungsreich in 
ihrer Anordnung und lebendig in ihrer Wirkung, dem Bauwerk dem sie an- 
gehören zum Schmuck gereichen. Den größten Aufwand auf dem Gebiete 
der Prachttreppen haben zuerst die Italiener getrieben, dann, vom Süden 
beeinliußt, die Barockkünstler Deutschlands und Österreichs in jenen groß- 
artigen bischöflichen Residenzen, die den Bauluxus des Vatikans in den 
Norden verpflanzt haben, und in jenen Fürstenschlössern, die Versailles nach- 
strebten. 
DerVatikan selbst besitzt eine Reihe monumentaler Treppenschöpfungen, 
die mit dem Motiv der ansteigenden Arme die größten Wirkungen erzielen. 
S0 hat dort ein prächtiger einarmiger Treppenlauf, dessen Wangen mit Säulen- 
stellungen geschmückt sind, dadurch eine gesteigerte Wirkung erhalten, daß 
die Breite des Laufes nach der Tiefe zu absichtlich verengt wurde, um die 
perspektivische Wirkung der Tiefenentwicklung zu steigern. 
Durch Verdopplung der Treppenhäuser, indem die ein-, zwei- oder drei- 
armigen Anlagen symmetrisch wiederholt wurden, ist die Weite und Tiefe der 
Anlagen wesentlich gewachsen und der Zweck der Prunktreppe besonders 
deutlich betont worden. Verwendung edler Steingattungen und Freude an 
plastischem Schmuck haben diesen Anlagen auch einen Materialluxus und 
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