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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 10)

JOY 
einen Reichtum an Dekoration zugewendet, der sie den bedeutendsten Bau- 
teilen ebenbürtig macht. 
Die Monumentalbaukunst des XVIII. Jahrhunderts hat mit Vorliebe 
malerischen Schmuck angewendet, um den großen Räumen erhöhten Glanz 
zu leihen und die großen Freskomaler haben hier prächtige Aufgaben erhalten. 
Berühmt ist das von Tiepolo mit Deckenbildern geschmückte Treppenhaus 
in der Würzburger Residenz; Prinz Engen hat seinen Schlössern mit Vorliebe 
prächtige Treppenhäuser gegeben, von denen Österreich eine glänzende Reihe 
besitzt und deren Schmuck durch reiche Stuckdekorationen bewirkt wurde. 
 
Kaiserliches Schloß Schloßhof bei Marchegg 
Statt der Säulenstellungen sind dort, namentlich in den unteren Geschossen, 
wiederholt Karyatiden verwendet worden, die dem kräftigen und schweren 
Charakter des tragenden Unterbaues am besten entsprechen. Der Aufwärts- 
schreitende muß dann vom offenen und freien Raum, der das Treppenende 
umgibt, einen überraschenden Eindruck empfangen. 
Die Fischer von Erlach und Hildebrandt, die Neumann und Dienzenhofer 
haben bei der Lösung dieser Aufgaben eine große Mannigfaltigkeit zu ent- 
wickeln verstanden, die ihre Treppenhäuser zu den hervorragendsten Lei- 
stungen der barocken Baukunst erhebt. Nicht selten erhielt das Treppenhaus 
auch nach außen einen selbständigen Ausdruck, indem es herausgehoben 
und durch große Öffnungen ausgezeichnet wurde, die Helligkeit verbreiten
	        

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