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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 10)

Palais in der l-limmelpfortgasse und des Palais der Ungarischen Garde; eine 
symmetrisch zweiarmige Treppe von großem Reiz ist im Schloß Eckartsau, 
Niederösterreich; einarmige Prachttreppen sind im Palais Kinsky und im fürst- 
lich Liechtensteinschen Majoratshaus in Wien zu finden. Eine kleinere 
Prunktreppe von großem Reiz ist im Schloß Mirabell, Salzburg, erhalten, deren 
plastischer Schmuck (Putti auf freien Ranken und Götterstatuen) von Raphael 
Donner stammt. Prag, Innsbruck, viele Provinzstädte, zahlreiche Stifte 
 
Gloriette beim kaiserlichen Lustschloß Schönbrunn 
und Adelsschlösser Österreichs weisen andre Varianten von tüchtigen 
Händen auf. 
Auch aus der klassizistischen Zeit stammen gut gebildete Treppen- 
häuser (namentlich in Berlin und München), doch war die größere Sparsam- 
keit der Mittel und die größere Strenge der Formgebung jener Zeit diesen 
freien Bildungen nicht so günstig wie die kühne Hand der Barockmeister. 
In der Empirezeit treten häufig nach der Kreislinie gebogene Treppenläufe 
(Bankpalais, Wien, Herrengasse) auf, die an geraden Podesten anschließen 
(I-Iufeisenform). Sie fügen dem reichen Vorrat an Typen des XVIII. jahr- 
hunderts wenig Neues hinzu und passen den plastischen Schmuck und die 
architektonische Gliederung wieder der Strenge der Säulenordnung an. 
70'
	        

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