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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 11)

interessanter Eigenart zeigten. Es seien nur noch einige Grazer Meister 
mit ihren Arbeiten genannt, und zwar Johann Kratzer mit einem Herren- 
zimmer aus dunkel gebeiztem Eichenholz und einem Speise- und Wohn- 
zimmer aus rot poliertem Nußholz nach Entwürfen von Marie Herberger 
in Steinfeld bei Graz. Die dazugehörigen Schlosserarbeiten wurden von 
Brüder Kerl und Wilhelm Ulama ausgeführt, der Ofen von Karl Lipps 
Söhne. Von Josef Calo stammte ein Herrenzimmer in deutschem Renais- 
sancecharakter, besonders reich mit ornarnentalen und figürlichen Schnitze- 
reien verziert. Dem Ausgang dieser Halle gegenüber stand der schon 
genannte Kaiserbrunnen. Hinter demselben befand sich das Sommer-wohn- 
haus (Blockhaus) vom Zimmermeister Friedrich Schichtl in Leoben. Es 
besaß sechs Räume, welche Einrichtungen im ländlichen Stil enthielten, 
die nach den Entwürfen und Zusammenstellungen des Architekten Franz 
Kutscha von Grazer Tischlermeistem, Mitgliedern der genossenschaftlichen 
Möbelhalle, ausgeführt waren. 
Die Jubiläumsausstellung der Handwerker Steiermarks kann als nach 
allen Seiten hin vollkommen gelungen bezeichnet werden. Die steirischen 
Handwerker haben bedeutende Leistungen gezeigt und einen großen Fort- 
schritt seit der letzten Landesausstellung im Jahre 1890 bekundet. Der Kon- 
takt mit den fachlichen Lehranstalten, dem Gewerbeförderungs- und andern 
Instituten ist durch den erbrachten Beweis der Wichtigkeit engsten Zu- 
sammenwirkens noch fester geschlossen und die Achtung vor dem Hand- 
werk und dessen Wertschätzung sind gewiß allseitig gesteigert worden. 
 
WELSER FAYENCEN AUS DER WERK- 
STATTE DES HAFNERMEISTERS JOHANN 
KIZBERGER Sie VON ALFRED WALCHER 
VON MOLTHEIN-WIEN .30- 
fcw M zehnten Jahrgang dieser Zeitschrift haben 
' ' wir die Gmundener Fayenceindustrie, ihre Ge- 
schichte und ihre Erzeugnisse eingehender 
besprochen. Schon bei dieser Gelegenheit wurde 
"i" erwähnt, daß sich neben der Großindustrie im 
I. Salzkammergut kleinere Betriebe im Lande mit 
der Herstellung von Fayencen beschäftigten. 
Hinsichtlich der künstlerischen Qualität über- 
trafen sie naturgemäß die in großer Masse her- 
gestellten Erzeugnisse Gmundens. Ein solcher 
Betrieb war die Werkstätte des Johann Baptist Kizberger in Wels. Er besaß 
das Haus Pfarrgasse 8, auf dem schon im XVI. Jahrhundert das Hafner- 
handwerk ausgeübt wurde. Als erster nachweisbarer Besitzer erscheint 
Hans Stadler (1535 bis 1552); ihm folgte sein Sohn Michael Stadler und
	        

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