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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 11)

erste Blütezeit der Glasindustrie fällt in 
die Periode der 18. Dynastie (um 1500). 
In dieser Zeit wird es Sitte, Glasgefäße 
mit dem Namen des regierenden Königs 
zu versehen. München und das Britische 
Museum besitzen die beiden ältesten 
sicher datierten Glasgefäße; sie tragen 
den Namen Thutrnosis III. Ein Amulett 
aus blauem Glase muß dagegen schon in 
die erste Hälfte des dritten Jahrtausends 
versetzt werden, denn es zeigt den Namen 
Antef IV. aus der 13. Dynastie. Einer län- 
geren kritischen Besprechung unterzieht 
Kisa die Nachrichten der Alten über die 
gläsernen Särge, Obelisken, Säulen und 
dergleichen. Ebenso widmet er der Erzeu- 
gung der Perlen, den verschiedenen Ver- 
zierungstechniken, der Herstellung glasier- 
ter Architekturteile, der Einlegetechnik, den 
Siegelsteinen und so weiter eingehende Auf- 
merksamkeit. 
Die zweite Blütezeit erlebte die ägyp- 
tische Glasfabrikation 
Syrische Balsamarien, Köln, Sammlung M. unter den Pholemäern 
vom Rnth 
in Alexandrien. „Hier 
entstanden oder entfalteten sich nicht nur jene glänzen- 
den Techniken, die in Rom als Wunder angestaunt wurden 
und später, nachdem sie im Mittelalter brach gelegen, sich 
auf die Venezianer vererben sollten; es wurden auch die 
in Alexandrien geschaffenen Formen für die Glasindustrie 
des gesamten Römerreiches von Indien bis nach Britannien 
maßgebend. Alexandrien wurde in der Kaiserzeit zum 
Mittelpunkt des Luxus und erzeugte Arbeiten von fein- 
stem Kunstwert, überschwemmte aber zugleich die Pro- 
vinzen mit seinen Massenartikeln und Gebrauchsgegen- 
ständen gewöhnlicher Sorte. Vom {ernsten Norden bis in 
die lybische Wüste hinein sind seine Glasperlen, seine 
ParfümHäschchen und Salbentiegel, die blaugrünen 
Kannen in allen Größen zu linden, in welchen Wein, 
Toilettewasser und orientalische Öle versendet wurden." 
Über die phönizische Glasindustrie sind wir nach 
Kisas Untersuchungen erst durch Arbeiten aus der römi- 
schen Kaiserzeit unterrichtet. Was vor dieser Zeit liegt, besm Smmhm 
. z 
bleibt für uns völlig im Dunkeln. Weder die Angaben Köln, M. vom mm 
 
 
Zierlhsche mit Muschel-
	        

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