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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 12)

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Auf der zweiten Tafel erkennt man, wie wundervoll alles zusammen- 
schließt; man sieht aber auch deutlich, wie sonderbar die Austeilung des 
Ornaments ist; auf der rechten Seite der Kasel herrscht das Tiermuster vor, 
auf der linken finden wir außer drei kleinen Feldern, die dicht am rück- 
wärtigen Mittelstücke für Tierbilder ausgespart sind, nur geometrische - 
allerdings außerordentlich abwechslungsreiche und farbenprächtige - 
Musterungen. 
Es ist dasselbe eigentümliche System der Gegensätzlichkeit, wie wir es 
am Pluviale beobachtet haben und wie wir es noch im weiteren bei der 
Betrachtung des Ornats erkennen werden. Aber wenn unser Stück auch 
ganz vereinzelt stünde, so könnte man an dieser Sonderbarkeit nicht zweifeln, 
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da es Tatsachen gegenüber eben nur Erkennen, nicht aber Leugnen geben 
kann. Wir werden aber auch sehen, daß sich in dieser zunächst sonderbaren 
Anordnung ein ganz bestimmtes Kunstprinzip ausspricht. 
Wir wollen nun ganz rasch die einzelnen Darstellungen der Kasel ins 
Auge fassen und zwar zunächst die jetzige Rückseite (Abbildung auf Seite 
633). Diese muß übrigens auch die ursprüngliche Rückseite gewesen sein, 
da die Vorderseite des oben nötigen Schlitzes wegen kürzer gehalten war, 
was sich bei der Rekonstruktion übrigens ganz von selbst ergibt. Wir 
sehen also oben auf der Rückseite zunächst in einem großen Kreise 
Christus als Lehrer der Welt thronend, vom Sternenhimmel umgeben, die 
„majestas domini"; vom Kopfe ist wieder fast nur die Vorzeichnung erhalten. 
Die Inschrift des Kreises, die mit dem Ausschnitte oben aber zum Teile 
verloren gegangen ist)", lautet, so weit sie sich noch feststellen läßt: v-I-i I-IOS - 
" Vergleiche die Anmerkung auf Seite 537.
	        

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