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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 12)

Der Typus für das Repräsentationsbild ist von Einsle (i852), die erste offizielle Vorlage für 
AmtsräumeDenBräutigam und jungenEhemann an derSeite seinerAuserwählten schilderte 
zunächst Eduard Kaiser, meist in farbigen Lithographien (i854, in österreichischer Toilette 
und ungarischem Kostüm). Ein farbiges Hauptblatt von Pettenkofen zeigt ihn schon 184g 
zu Pferde, mit großem Gefolge. Mit der Kaiserin reitend an dem Teiche zu Laxenburg 
malte ihn Rudolf Alt auf niedlichem Blättchen (i857, Prinzessin Gisela; für das Publikum 
neu). Auch in Jägertracht erscheint er schon wiederholt; am besten von Kriehuber; ein 
Blatt, das oft in Farben kopiert wurde. Prinzessin Gisela besitzt ein kleines Aquarell danach 
und vier ähnliche von vier damaligen Jagdgenossen des Kaisers. Aus späterer Zeit folgen 
große Staatsbildnisse; von Engerth 186i im Toisonornat, mit der Wenzelskrone auf dem 
Tische, von Winterhalter i873, Pendant zu dem bekannten Krinolinporträt der Kaiserin, 
eine dünne elegante Malerei, von Angeli x87 3, realistisch durchstudiert, besonders freilich 
in der Uniform, von Neugebauer 1875 viermal, auch in preußischer und russischer Uniform 
(die kleineren Studien gehören dem Stift Melk, das große russische Porträt ist vom Regiment 
Kexholm gesandt), von Lenbach in schwerer historisch-koloristischer Behandlung, vor- 
trefflich von Angeli 1879 (Uniform Kexholm) und im Arbeitsrock 188i, Geschenk an den 
Grafen Beck (Erzherzog Otto hat es kopiert). 189i folgt das elegante Manöverporträt von 
Aidukiewicz, x89: ein sehr schwaches Brustbild von Zenisek und ein mißratenes von 
L'Allemand, 1896 das brillante von Horovitz im Scharlach der englischen Dragoner (kleine 
Wiederholung im k. k. Ministerpräsidium), dann das tüchtige Proiilbrustbild von Benczur, 
1902 das Geschenkbildnis für den Erzherzog Rainer von Horovitz, weiter das düster aus- 
gefallene von Pochwalski, als neuestes wohl das jägerisch gegebene von Briich. Unter den 
neueren Büsten ist die von Luksch (Postsparkasse) die interessanteste; die von Benk ist 
Realismus ä la i87o, die von Kassin vor lauter Charakteristik übertrieben, die Silberstatuette 
Kundmanns (Geschenk zur Silberhochzeit des deutschen Kaisers) linealmäßig starr. Die 
Episodiker haben das Leben des Kaisers selbstverständlich keinen Augenblick aus den Augen 
gelassen. Eine Menge interessanter Aufnahmen wären da zu nennen, auch von Pettenkofen 
(Überschwemmung am Tabor) und Rudolf Alt (Eröffnung der Akademie), sogar Franz 
Gaul (Feuertaufe), Kupelwieser (Tod des Ministerpräsidenten Fürsten Schwarzenberg), 
Grottger (Einzug in Lemberg), Siegmund L'Allemand (Hoftafel zum Stiftungsfest des Maria- 
Theresia-Ordens). Selbst kunstgewerblich ist manches Sehenswerte vorhanden. Wir er- 
wähnen bloß eine im weißen Stoff durchaus mit großen Rosenbuketten bedruckte, im dunklen 
Holzwerk ebenso bemalte Garnitur aus dem Besitz der Erzherzogin Sophie, ein Geschenk 
des Erzherzogs Ludwig Viktor an Erzherzogin Maria Josepha. Man nennt das heute unver- 
fälschten Zeitstil und hat aufgehört, es zu verbrennen. 
ÜBILÄÜMSJMEDAILLENAÜSSTELLÜNG. In den oberen Räumen des 
Künstlerhauses hat unsere Gesellschaft für Münz- und Medaillenkunde sechzig Jahre 
Medaille ausgestellt. Es ist der-Kaiser und seine Regierung, in diesem kleinsten monumen- 
talen Spiegel abgebildet, von der ersten Radnitzkyschen Aufnahme (i848) bis zur vor- 
trefflichen Marschallschen, vom Mai 1908, die auch für das neugestiftete jubiläumskreuz 
gedient hat. Radnitzky wurde damals nach Olmütz berufen, wie Prinzhofer für das gemalte 
Bildnis, aber sein blechern antikisierender Kopf fand keinen Beifall und erst 1849 machte 
Konrad Lange das naturwahrer pointierte Abbild, das zunächst für die Tapferkeitsmedaille 
Verwendung fand. Ein sehr interessantes Tableau von 30 Kaisermedaillen hat der Alt- 
bürgermeister von Retz, Herr Alois Richter, zusammengestellt. Dieser eifrige Medaillen- 
freund ist auch der Anreger einer Anzahl Porträtplaketten, die den Ehrenbürgern von Retz 
statt papierener Diplome beschieden sind. Unter den Kaiserbildnissen ist zunächst das Fem- 
komsche (1852) bedeutsam. Das ist die neue Wahrheit der Zeit, auch monumental gefaßt 
in einer mit ausgestellten. übermassiv inszenierten Gußnlaketfe. Sniifnr lznrnrnnn Tnnfnnhnim
	        

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