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Full text: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 1)

Erzbischofs, beziehungsweise des Abtes standen, hatte er von solcher Seite 
nichts zu fürchten. Das beste Beispiel für diese Gruppe seiner Arbeiten ist 
der Krug mit den Spottbildern auf das Leben der Klostergeistlichen (Abb. I 5). 
Neun Felder bringen die Erzählung zur Anschauung. Mit Sturmhaube, 
knechtischem I-Iamisch und Schwert ausgerüstet, zieht ein Mann, der hier 
als der betrogene Gatte „ai-m" genannt wird, ins Feld, während sein Weib 
mit einer Blume ein Zeichen zum gegenüberliegenden, im zweiten Feld dar- 
gestellten Kloster gibt. Die restliche Bilderfolge zeigt den Verkehr des Kloster- 
bruders mit der Frau bis zum Ehebruch und bis zur Rückkehr des betrogenen 
Ehemanns, von dessen Rache er sich mit einer Summe Geldes loskaufen 
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Abb. 24. Model mit dem Wappen der Johanna 
Buck, Gemahlin des Philipp Lomonx. Töpferei 
des jan Erncns. Um x5go. Höhe o-xo Meter 
 
muß. Krüge aus der Emens-Werkstatt tragen häufig eine von dem Siegburger 
Meister Hans Hilgers geschnittene Kartusche mit dem Namenszug „Jan 
Allers". Dieser, Schiffer und Krughändler in Nymwegen sowie Hauptabnehmer 
der Arbeiten des Jan Emens, ließ in dieser Werkstätte seine Bestellungen 
mit eigenem Namen versehen. Der Export von Steinzeug war im XVLJahr- 
hundert ein massenhafter, nicht nur aus Rären sondern auch aus Siegburg, 
wo beispielsweise im Jahre 1598 die beiden Kölner Händler Spitzgroß und 
Dederich Strauß mit einem Auftrag 14.000 Krüge bestellten, während gleich- 
zeitig 28.000 nach Worms und andern Städten geliefert wurden. 
Weitere Arbeiten der Rärener Krugbäcker sehen wir in einem blaugla- 
sierten Humpen mit der Geschichte Josefs (Abb. I6) und im braunen Krug mit 
der Umschrift „Lyfden geit boven ale denck . nien sprickt die penninck ick bin
	        

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