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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 1)

 
Zum Füllen leerer Flächen verwendet Preuning einzelne Eichen-, seltener 
Buchenblätter, die er den weißen Trennungsstäben anheftet. Der Henkel ist 
in der Regel zum Strick geflochten, die Mündung bei den Gefäßen von der 
Form des Plutzers eng und mit einem Wulst versehen, bei den großen 
Krügen dagegen auffallend weit und in einzelnen Fällen zu einer Burg oder 
zu einem Kloster ausgestaltet. (Solche Prachtexemplare im Museum zu 
Köln und in Sigmaringen.) 
In Oberösterreich fand Paul Preuning einen Nachahmer. Es ist durch 
Akten festgestellt, daß um r 580 der Hafner Achaz in Kremsegg bei Krems- 
münster mit ähnlichen Arbeiten 
Anlaß zu einem langwierigen 
Streit mit der Zunft in Steyr ge- 
geben und nur bei seinem Grund- 
herrn Julius Grienthal vonKrems- 
egg hinreichend Schutz gefunden 
hat. Für den der Familie Grien- 
thal durch Heirat nahestehenden 
Bürgermeister von Steyr Wolf 
Händl von Ramingdorf schuf 
Meister Achaz oder sein Nach- 
folger Hans Sprintz das Hafner- 
geschirr in Abbildung 39, einen 
vasenförmigen Topf mit dem auf- 
gelegten „weißen Geschlechts- 
Händl", dem schreitenden weißen 
Hahn als Wappenvogel der Fa- 
milie. Zum Unterschied von den 
Nürnberger Originalarbeiten sind 
hier neben den aufgelegten Stäben 
eingeschnittene Linien als Tren- 
nungsmittel für die einzelnen 
Abb. 43. Buntglasierre Feldliasche aus Hafnerton Farbüächen in Anwendung ge_ 
mit der Darstellung von Abrahams Opfer. Oher- _ _ _ 
ösxerreich (2) um .560. um 0-1,. Meter kommen. Dwsem Mlttel, em 
Überüießen verschiedenfarbiger 
Glasuren zu verhindern, begegnen wir auch bei einem kleinen Henkelkrug 
aus Oberösterreich (Abb. 38), einem Maßkrug aus Steyr, sowie bei einer 
Tonbüchse, auf die wir noch des näheren zu sprechen kommen. 
Das größte Stück der oberösterreichischen Klasse ist ein mächtiger 
Krug mit den aufgelegten Wappen der österreichischen Familien von Goldten 
und von Hoye aus der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts (Abb. 40). 
Von der Mündung bis zum Boden vertikal, in den Farben Blau, Gelb, Braun 
und Grün gestreift, ist die Wandung mit Blatt- und Blumenranken über- 
zogen. Die engere Heimat dieses Weinkruges ist allem Anschein nach das 
Traunviertel.
	        

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