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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 2)

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Material. Als Böttger 1710 mit seinen Erzeugnissen, deren Wert sich auf 4000 
Taler belief, auf der Leipziger Messe erschien, waren fast alle der genannten 
Verzierungsarten bereits vertreten. Im nächsten Jahre gesellten sich aber zum 
roten Steinzeug noch verschiedenartige marmorierte Gefäße, wie denn über- 
haupt die Erzeugung marmorierten Steinguts und namentlich derartiger 
Fliesen Böttger durch längere Zeit beschäftigte, ohne daß jedoch deren 
fabriksmäßige Herstellung größere Dimensionen angenommen zu haben 
scheint. Tee-, Schokolade- und Kaffeegeschirr, Bierkrüge, Vasen und Leuchter 
waren neben allerlei kleineren Gegenständen die am häufigsten fabrizierten 
Objekte. 
Im Jahre I7I3 kam das erste Böttger-Porzellan auf der Leipziger Oster- 
messe zum Verkauf. Erst von diesem Jahre an kann man von einer wirk- 
 
Bötzger-Porzellan mit aufgelegten. geformten, antikisierenden Verzierungen 
lichen Porzellanmanufaktur sprechen. Bis dahin hatte sich Böttger mit der 
Konstruktion entsprechender Öfen bemüht, was um so mehr Zeit, Mühe und 
unablässiges Versuchen erfordert hatte, als er auch die Schamotteziegel für 
die Öfen, die Kapseln für die Porzellane und endlich die Kegelchen, die den 
Garbrand anzeigen, teils erfinden, teils für seine Zwecke umändern mußte. 
Das Böttger-Porzellan war aber noch immer nicht dasselbe wie unser heutiges 
Porzellan, denn Böttger hatte noch keine Kenntnis von der Verwendung 
des Feldspats und bediente sich an dessen Stelle in der Regel des Alabaster-s 
oder der Kreide als Flußmittel. Das Böttger-Porzellan ist daher auch 
weniger durchscheinend als spätere europäische Porzellane. 
Im weiteren Verlauf der Entwicklung zeigt sich, daß Geldmangel und 
eine an Engherzigkeit grenzende Vorsicht der Regierungsorgane Böttgers 
Erfolge nach jeder Richtung hemmten, daß immer von neuem auftauchende 
Schwierigkeiten auf den Charakter wie auf die Lebensführung Böttgers
	        

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