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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 2)

wurdesieaber 
fleckigundun- 
gleichmäßig. 
Ferner wußte 
er ein helles 
Gelb, ein leb- 
haftes Blau, 
ein saftiges 
Grün,Karmin- 
rot, Eisenrot, 
Schwarz, ein 
trübes,graues 
Grün und ein 
stumpfes Vio- 
lettherzustel- 
len.Mitdiesen 
Farben wur- 
den zunächst 
bunte Frucht- 
und Blumen- 
haufen und 
Chinoiserien und Landschaften gemalt. Besser als die bunten gelingen Ma- 
lereien in einer Farbe, wobei Purpur- oder Eisenrot, auch Schwarzlot in 
Verwendung kam. Solche Malereien haben stets rein europäischen Cha- 
rakter. Für das Laub- und Bandlwerk kommen zur Zeit Böttgers sowohl 
Gold, Silber und Lüster als auch bunte und einfarbige Malerei in Betracht. 
Die Ornamente hängen gewöhnlich von den Rändern der Gefäße herab 
oder umziehen sie streifenförmig. Am besten gelingen die Verzierungen in 
Gold- und Silbermalerei. Solange in der Handhabung der Emailfarben noch 
keine volle Sicherheit erreicht ist, kommt auch beim Porzellan die Malerei in 
Lackfarben und Gold nicht ganz außer Übung. Seit 17:3 ist der Maler und 
Goldarbeiter Funke als „Emaillemaler" für die Manufaktur tätig, neben ihm 
werden noch Schäffler, Pappelbaum und Mehlhorn der jüngere erwähnt. 
Diese kurzen Andeutungen genügen, um zu zeigen, wie klar, übersicht- 
lich und erschöpfend Zimmermann sein Thema behandelt hat. Die letzten Ab- 
schnitte des Buches beschäftigen sich mit der frühesten Porzellanplastik, mit 
Böttgers Ende und dem Aufschwung der Fabrik nach Böttgers Tod. - Zum 
Schluß möchten wir noch darauf hinweisen, daß die zahlreichen Abbildungen 
den Wert des Buches wesentlich erhöhen, daß die Zusammenstellung ganzer 
Gruppen gleichartiger Objekte zum Verständnis des Ganzen außerordentlich 
beiträgt und daß die dem Buche vorangesetzte Farbentafel gegenüber älteren 
ähnlichen Leistungen einen erfreulichen Fortschritt in der Darstellung bemalter 
Porzellane aufweist. Dagegen kann nicht verschwiegen werden, daß die Deutlichkeit 
aller dieser Gruppenbilder durch die geringen Dimensionen herabgedrückt wird. 
 
Wiener Kunstgewerbeschule, Entwurf für ein Landhaus von Fleymer (Schule Hoffmann)
	        

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