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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 3)

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zeigen die Einwirkung ver- 
schiedener Stilarten. Die 
besten Arbeiten hat er unter 
Sheratons Einfluß ausge- 
führt. Später machte sich 
aber auch in seinen, wie 
überhaupt in den Möbeln 
aller damaligen Kunst- 
schreinerAmerikas der Em- 
pirestil geltend. Phyfesbeste 
Arbeiten sind jedenfalls vor 
dem Jahre 1820 gemacht 
worden, nach 1830 arte- 
ten sie in den überladenen 
schweren Stiljener Zeit aus, 
der eine amerikanische Ent- 
artung des Empirestils be- 
deutet. Sie wurde von Phyfe 
selbst als der „Metzgerstil" 
bezeichnet. 
Die ausgestellten Mö- 
bel zeigten, wie er sich 
von den einfachen Formen 
Sheratons dem Empirestil 
zuwandte. Die Rücklehnen der Stühle erhielten Lyraform, während die 
Armlehnen des langen Sofas aus je zwei Lyren bestanden. Das war gerade 
kein erlesener Geschmack, direkt geschmacklos aber war die Verwendung 
der Doppellyra als Träger von Tischplatten. Bei manchen Möbelstücken 
bildeten Tierklauen das Motiv der Füße, bei andern, namentlich beim Sofa, 
der schwungvolle Bogen, der durch einen Knauf abgeschlossen wurde. Die 
Beine sowie das Gestell, das den Sitz umgibt, wurden kanneliert. Messing- 
knöpfe bildeten die Verzierung. Der Überzug der Sitze war aus Roßhaarstoiif. 
Phyfe verwendete für seine Arbeiten gewöhnlich Mahagoni. 
Eine kleine Sammlung von Spiegeln vervollständigte die Möbelaus- 
stellung. Allerdings waren keine Spiegel aus der frühesten Periode der 
Kolonialzeit vorhanden. Die ältesten stammten aus dem letzten Viertel 
des XVII. Jahrhunderts, die neuesten aus dem Anfang des XIX. Jahr- 
hunderts. 
Die früheren Spiegelrahmen, die aus amerikanischem Walnußholz ver- 
fertigt wurden, zeigten vereinfachte Formen der spanischen und holländischen 
Renaissance; die späteren waren vergoldet. Auch solche aus sogenannter 
Filigranarbeit kamen vor. Verschiedene Spiegel, die in der Ausstellung 
waren, hatten auf dem oberen Teile des Glases Malereien, von denen manche 
Motive aus der amerikanischen Geschichte brachten. 
 
l-Iudson- Fullon- Ausstellung in Newyork. Schreibschrank, zweite 
Hälfte des XVII. Jahrhunderts
	        

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