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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 3)

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In Newyork sind aber doch vor allem die holländischen Möbel vor- 
bildlich gewesen. Durch den direkten Import sind hier manche holländische 
Formen aufgenommen worden. Manche haben sich auch weiter entwickelt. 
Etwas kompliziert wurden die Stühle. Man kannte verschiedene Arten: 
solche mit dem „spanischen Fuß", der vorstehend, knüppelartig und mit 
Kannelierungen versehen war; zweitens Stühle mit dem „flämischen Fuß", 
der Volutenverzierungen zeigte. Französische Abkunft bewiesen die Stühle 
mit spiralförmig gedrehten Teilen. Ganz amerikanisch waren die „banister", 
säulenartige Träger der Stuhllehne. 
Die verschiedenen Stile der Renaissance haben hier, wenn auch in ein- 
facherer Form, während der Kolonialzeit Einfluß erlangt. In der Ausstellung 
waren eine Anzahl guter Arbeiten, die das Gesagte bewiesen. Die europä- 
ischen Stile entwickelten sich hier oft zu einer Zeit, wo sie in Europa schon 
im Rückgang waren. 
Das XVIII. Jahrhundert brachte wieder vor allem englische Beein- 
Hussung. In der ersten Hälfte herrschte der Queen Anne-Stil, der gerundete 
Stuhllehnen sowie gebogene Beine und Entenfüße zeigte. Dann folgte der 
Chippendale-Stil. In diesem Stile sind hier 
Möbel gemacht worden, die nicht hinter den 
Arbeiten zurückstanden, die Chippendale 
selbst verfertigt hat. Diese Art Möbel wurden 
in Amerika vor allem in Providence, Rhode 
Island und in Philadelphia hergestellt, von 
solchen enthielt die Ausstellung sehr schöne 
Stücke. Immerhin ist dieser Stil, seiner 
Üppigkeit wegen, nicht so allgemein in 
Aufnahme gekommen als die nachfol- 
genden Sheraton- und Heppelwhite-Stile. 
Sie werden in ihren vereinfachten ameri- 
kanischen Formen gemeinhin als der 
„Kolonialstil" bezeichnet, der nun wieder 
nachgeahmt wird. Auch die Möbel im 
Stile Sheratons und I-Ieppelwhites sind 
so vorzüglich gearbeitet worden, daß sie 
sich von den Originalen wohl kaum in 
nennenswerter Weise unterschieden. 
Von den damaligen Kunstschreinern 
Amerikas sind aber heute nurnoch wenige 
mit Namen bekannt. Für die Ausstellung 
konnten nur Arbeiten von Duncan Phyfe 
erlangt werden. Er war schottischer Ab- 
kunft und wurde in Albany,im StaateNew- 
 
 
 
 
 
 
 
- l-Iudson - Fulton - Ausstellung in Newyork. 
York geborelm von 1816 bls 1847 hatte Wainscott-Stuhl, erste Hälfte des xvu. jahr- 
er in Newyork gearbeitet. Phyfes Möbel hundens
	        

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