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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 4)

für die Abteilung der kunstgewerblichen Objekte einige glückliche Ankäufe zu verzeichnen. 
Das Hauptstück darunter ist eine Bronzestatuette (Arion) des Paduaners Andrea Riccio 
(XV. Jahrhundert), von welcher eine Variante im Louvre existiert. Sie wurde aus älterem 
Wiener Privatbesitz zusammen mit einer japanischen Bronzestatuette erworben. Bei der 
Seltenheit guter Bronzen des XV.Jahrhunderts ist diese Akquisition besonders zu begrüßen. 
Weiters wurde aus dem Münchner Kunst- 
handel eine Höhen-Sonnenuhr mit dem ein- 
gravierten Wappen des Erzherzogs Ferdinand 
von Tirol erworben. Das Stück, datiert 1528, 
ist eine höchst erwünschte Ergänzung zu den 
Objekten des mathematisch-physikalischen 
Kabinetts und doppelt interessant durch seine 
Beziehung auf den Gründer der Ambraser- 
Sammlung. Zu erwähnen wäre noch eine aus 
Buchs gefertigte Madonnenstatuette, süd- 
deutsche Arbeit des XVIII. Jahr- 
hunderts, und eine feine bologne- 
sische Statuette des heiligen Seba- 
stian, gleichfalls in Buchs geschnitten, 
aus dem XVIX. Jahrhundert, dann 
von kleineren Objekten ein goldener 
Anhänger in Herzform mit Haaren 
der Kaiserin Maria Theresia, eine 
goldene Stanzenpressung, Erzherzog Karl 
darstellend, eine venezianische Miniatur- 
schnitzerei aus Elfenbein. 
Sehr bemerkenswerten Zuwachs erhielt 
die Sammlung endlich durch die leihweise 
Übernahme von zwei wichtigen plastischen 
Objekten aus der Hofbibliothek: der Tonbüste 
einesjungen Mannes, einer sehr interessanten 
Arbeit aus dem ersten Drittel des XVI. Jahr- 
hunderts, und einer Holzgruppe dreier Putti 
aus derselben Zeitperiode. 
Über den ZUWACI-IS DER KAISER- 
LICHEN GEMÄLDEGALERIE ist folgendes 
zu berichten: Die Sammlung alter Meister er- 
fuhr eine besonders erfreuliche Bereicherung 
durch die Akquisition eines Bildnisses der 
Königin Eleonore von Portugal (später von 
Frankreich), Schwester Kaiser Karls V. Das 
Höhen-Sonnenuhr des Erzherzogs Ferdinand von Porträt ist von der Hand eines ausgezeidh 
Tim; (Hofmuseum in Wim) neten altniederländischen Meisters gemalt, 
in dem man früher Mabuse (Jan Gossaert) 
zu erkennen glaubte, während die neueste Forschung das Werk mit besserer Begründung 
dem Meister vom Tode Mariae (vielleicht identisch mit Joost van Cleve dem Älteren in 
Antwerpen) zuzuteilen geneigt ist. Sowohl als Porträt einer Fürstin aus dem Allerhöchsten 
Erzhause wie auch nach seiner künstlerischen Bedeutung muß dieses Bild, welches das 
beste Exemplar unter den mehreren erhaltenen Wiederholungen dieses Bildnisses der 
Königin ist, als ein Gewinn von hervorragender Bedeutung für die kaiserliche Galerie 
bezeichnet werden. Eine weitere, Für die Galerie besonders passende Erwerbung war die 
des überlebensgroßen Kopfes eines Prinzen aus dem Hause Gonzaga, eines Urenkels 
 
 
 
 
 
 
 
 
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